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Zum Abschluss meines bisher verrücktesten Triathlonjahres mit dem Staffelradpart bei dem Challenge in Roth und dem Berlin Marathon hieß es erstmals Triathlon außerhalb Deutschlands. Zusammen mit Frau Jane (Fotografin und Support) sowie Kathrin und René (Staffel) starteten wir unsere Abenteuer in Israel. Nach ein paar Tagen Sightseeing in Tel Aviv fuhren wir weiter zum Austragungsort Tiberias.

Neben der Halbdistanz gab es auch eine Langdistanz, zu der sich kurzfristig namenhafte Profis angemeldet hatten. Neben Daniela Bleymehl fanboy1und den uns vom Sub/Sub8-Projekt „bekannten“ Ruth Astle und Indira Lee waren auch Daniel Baekkegard, Markus Thomschke, Patrick Lange, Florian Angert, Sebastian Kienle, Silas Koen u.a. Profis am Start. Nach einer unruhigen Nacht ließ der Blick aus der Tür sämtliche Vorfreude verschwinden. Es goss in Strömen und ich war restlos bedient. Dazu kam ein böiger Wind. Zum Glück war es jedoch relativ warm. Dennoch wäre ich bei einem Wettkampf vor der Haustür wahrscheinlich wieder ins Bett gegangen.

Da das Rad sowie alle Wechselsachen bereits am Vortag eingecheckt wurden, konnte ich mich nach dem Luftaufpumpen der Räder gleich umziehen und hatte damit eigentlich alles erledigt. Zurück am Auto (ich wollte meine restlichen Sachen wegen des Wetters lieber im Auto aufbewahren) stellte ich fest, dass meine Schwimmbrille fehlte. Nochmal zurück im Wechselgarten, der eigentlich schon geschlossen war, fand ich sie jedoch gleich wieder. Damit war das erste Highlight meiner gewohnten Pannenserie abgehakt.

Geschwommen wurde im Heiligen See von Genezareth. Trotz ordentlicher Wellen kam ich anfangs gut voran. Dies hielt jedoch nicht lange an. Erst stieß ich mit der Birne gegen ein SUP der Wasserrettung, welches plötzlich meinen Weg kreuzte, dann schwamm ich mal wieder auf eine Gruppe auf und musste zur Orientierung auf Brust wechseln. Da ich dabei immer mal die Gelegenheit nutzte auf die Uhr zu schauen, sah ich, dass meine Pace im Zehnerschritt immer weiter sank. Bei 3:10min/100m war das Fass dann voll und meine Motivation gleich null. Im Endeffekt lag es daran, dass die Uhr warum auch immer keine Strecke mehr aufgezeichnet hat. Mit ausbaufähigen 2:17min stieg ich dann aus dem Wasser.

Erstmal musste ich ein Dixie aufsuchen, weil sich die Blase meldete. Dummerweise merkte ich zurück am Wechselplatz, dass meine Brille noch dort lag. danny Also noch ein paar Extrameter und nach sonst reibungslosem Wechsel (ich nahm mir bewusst Zeit) ab zum Radaufstieg. Dort zog ich dann die Wut von 3 Radfahren auf mich, welche sich mitten auf der Strecke zum Fotografieren nebeneinanderstellten, sodass niemand mehr durchkam. Meinen Kommentar für diese Aktion beantworten sie mit wüsten Beschimpfungen in einer Sprache, die ich nicht verstand.

Da die Strecke noch recht nass war, fuhr ich anfangs etwas vorsichtig, nahm aber dann Fahrt auf. Auf welligem Kurs verging die Zeit recht schnell. Nachdenklich machten mich nur die vielen Sportler*innen, welche mit einem Platten am Rand standen. Schlimmer war jedoch ein Langdistanzler, der auf den 90Km, welche ich in seiner Nähe war, ganz 4-mal Gelverpackungen und Radflaschen in die Wildnis warf. Ich sprach ihn darauf an, es folgte jedoch keine Reaktion. Insgesamt war das Fahren gerade zum Ende hin sehr wild, was das Verhalten anderer Teilnehmer anging. Ob nun schnäuzen trotz nachfolgender Fahrer*innen, ständiges links fahren oder das Fahren an die Spitze und dann nicht einscheren, sodass man verbotenerweise auf der Gegenspur fahren musste, war so einiges dabei.

Dass auf den letzten 30 Km, von denen 20 mit ein paar Höhenmetern bergauf versehen waren, nochmals stärkerer Gegenwind und Starkregen einsetzte, passte ganz gut zum Groll ob der beschriebenen Situationen.

Auch beim Laufen kam es immer wieder zu Regengüssen, sodass auch die dritte Disziplin teilweise eine sehr feuchte Angelegenheit war. Verpflegungsstellen aller 2 Kilometer sorgen dafür, dass ich mir die Strecke vom Kopf her sehr gut einteilen konnte. Nach 10,5 Kilometern gab es noch einen Knutscher von Jane und nach einer weiteren Runde ging es auf den schwarz/roten Teppich. Nach 5:34h auf einer schönen und (von den Profis bestätigt) nicht ganz einfachen Strecke war ich im Ziel und euphorisiert happy.
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Für mich als Fanboy war es natürlich eine tolle Sache, auf gleicher Strecke mit den Profis zu sein. Ich feuerte immer lautstark an, vielleicht hat Patrick Lange seine unfassbare Laufzeit mir zu verdanken. :-D

Am nächsten Tag besuchten wir dann noch Slotvergabe und Siegerehrung. Zu dieser Gelegenheit durften sich dann noch ein paar Profis mit mir ablichten lassen. Diese Glückspilze. ?

Euer Danny

Fotos: Triathlon Team Senftenberg