Triathlon-Team Senftenberg
von Danny
01. Juni 2025
Gespannt habe ich in den letzten Tagen die Wetterkapriolen im Norden der Republik verfolgt. Claudia wird doch nicht etwa beschissenes Wetter bei ihrer Langdistanz haben?! Ein verschobener Start aufgrund eines Gewitters, Athlet*innen, welche von plötzlicher Hektik sprechen als es wohl plötzlich spontan hieß, „Start in 10 Minuten.“ Und immer wieder dieser schauerartigen Regen, teilwiese recht sturmflutartig. Uiuiui. Das würde ich nicht wollen. Laura Philipp und Kat Matthews liefern sich ein tolles Rennen. Viel wichtiger: Claudia qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wow. Was für ein Tag!
02. Juni 2025
Ironman schickt mir eine Mail. Morgen startet die Early Bird Anmeldung.
Die Gedanken kreisen. Meine 2 Halbdistanzen habe ich doch dieses Jahr ganz gut gemeistert. Könnte ich das? In Hamburg? Eine Langdistanz?
03. Juni 2025
Ironman schickt mir eine Mail.
„Congratulations, you are now registered for the 2026 IRONMAN Hamburg European Championship“. Moin Hamburg. Danny goes Langdistanz.
27. August 2025
Noch einen Monat und 2 Tage bis zum Start des Trainingsplans. Der (meteorologische) Sommer neigt sich dem Ende zu. Eigentlich waren es gefühlt nur ein paar Sonnenstrahlen, mit vielen Wolken und noch mehr Regen. Richtig öde. Die letzten Wochen waren trotzdem ereignisreich. Wir haben eine größere Fahrradtour gemacht, wir waren früh halb 7 Schwimmen. Wir haben die Seequerung gemacht, das Freiwasserschwimmen und allgemein waren wir viel unterwegs. Dadurch, dass ich meine beiden Wettkämpfe bereits Anfang Juni absolviert hatte, konnte ich einfach machen, worauf ich Bock hatte. Ohne schlechtes Gewissen oder verschieben von Trainingseinheiten. Ein cooles Gefühl. Einzig das Laufen fällt seit Wochen flach. Nach anhaltenden Knieschmerzen (trotz Laufpause) habe ich ein MRT machen lassen. Der Sofortbefund lautete: „Riss im Meniskus. Suchen Sie besser einen Spezialisten auf.“ Das konnte ich dank Justin auch fix tun. 2-3 Tests, ein Ultraschall und dann ein Lächeln beim Arzt. Ich habe in den Beinen nur eine sehr bescheidene Verteilung der Muskulatur. Koordination und Standfestigkeit sind kaum da und dies ist einzig und allein das Problem. Grandios. Kann los gehen. Ach ja. Und dann kreisten die Gedanken auch über die etlichen Ausfallwochen im letzten Winter bzw. eigentlich den letzten Jahren. Sämtlichen Pillchen, Grünen Smoothies und Ingwer-Zitronenmischungen zum Trotz immer wieder Erkältungsansätze mit Schnupfennase und Halskratzen. Ich hoffe (ähmmm hoffte), dass mir dies irgendwie erspart bleiben kann. Lange Rede kurzer Sinn. Durch Probleme im linken Ohr suchte ich eine HNO-Ärztin auf. Nach etwas ungünstig verlaufenden Tests (Flüssigkeit hinter dem Trommelfell) kam die Frage nach Allergien auf. In der Annahme, irgendwas mit leichtem Heuschnupfen zu haben (Allergietablette und gut ist), machten wir einen Test. Das Ergebnis haute mich um. Eine starke Allergie gegen KATZEN! Wir haben 2. Eine wohnt dauerhaft zu Hause. Auftretende Symtome: Laufende Nase und Kratzen im Hals. Wer lüftet dauerhaft im Winter und hält sich wenig in der Wohnung auf? Ich jedenfalls nicht. Und wer hatte eine unbekannte Katzenallergie und Katzen in der Wohnung. Ich. Wer hatte im letzten Winter mehrfach wochenlang Pause wegen vermeintlicher Krankheit? Ich. Und wer geht mit dieser Erkenntnis frohen Mutes in 1 Monat und 2 Tagen in die erste Langdistanz Vorbereitung seines Lebens? Richtig. 😊
12. September 2025
Freitag Abend. Vor 2 Wochen bin ich mit dem Rennrad am Sonntag allein nach Dresden zum Crit auf dem Elbepark Parkhausdach gefahren. Eine tolle Landschaft. Gute Musik um Ohr. Endlich zurück war ich nach 130 Kilometern so grau. Was soll das nur im nächsten Juni werden?! Aber ich kenne das Spiel.
Am letzten Wochenende war der F60 Triathlon. Leo begrüßte mich mit den Worten: Moin Danny. Und Du willst jetzt also Langdistanzler werden?! Kurzes Lachen. Kurzes Wortstolpern. Ja ich will. Auch Claudia bin ich das erste Mal seit der Bekanntgabe begegnet. Sie gibt mir tolle Tipps. Ich glaube manchmal, dass sie fast mehr Feuer und Flamme ist als ich selbst. Die liebe Katrin steht mir mit Ihrem Knowhow auch bei. Mehr dazu später.
30. September 2025
Wir sind mit dem gemieteten Van in Holland unterwegs. Es ist wirklich idyllisch hier in den Niederlanden. Wir schreiben die 1. Von 36 Wochen des Trainingsplans. Am Sonntag gab es noch einmal einen Testlauf zur Standortbestimmung. Aufgrund meiner Unerfahrenheit im Sport lief ich bei der hiesigen Hitze natürlich viel zu schnell an und weil ich das rote Buch des Mentaltrainings bisher öfter zum fotografiert werden als zum Lesen in der Hand hatte, kackte ich nach 2 Kilometern richtig ab. Ich rede es mir aber schön und erkläre es mit den gerade mal 2 Läufen seit Mitte Juni. Morgen steht ein kleines Läufchen von 45 Minuten an. Ich hoffe, das Knie hört auf zu z(w)icken. Vielleicht sollte ich aber auch endlich mal mit Übungen dagegen beginnen.
Was zurzeit örtlich bedingt leider auch noch nicht passt ist das Schwimmen. Bisher wären nur die raue Nordsee oder unbekannte Flüsse (Schwimmverbot da Schiffsverkehr) in Frage gekommen. Das ließ ich aufgrund des gesunden Menschenverstandes allerdings bleiben.
12. Oktober 2025
Noch 34 Wochen bis zum Start.
Wow. Was für eine Nacht. Ein unglaubliches Rennen auf Hawaii. Von den Profifrauen und von Claudia. Sie hat einfach Hawaii gerockt. Dort zu starten, dieses kranke Rennen zu schaffen. Das wäre mal was. Aber realistisch eingeschätzt wird das nichts werden. Was aber was wird, ist mein Start beim Ironman in Hamburg. Ich finde das ist ja nicht weniger spannend.
Die zweite Woche Training liegt hinter mir. Ab morgen heißt es dann Job und Sport unter einen Hut zu bekommen. Ich denke zurzeit, dass das an sich und die notwendige Verpflegung während der Arbeit, um nach dem Feierabend Fit für die Einheiten zu sein, die größten Herausforderungen sein werden. Eine richtige Idee dafür habe ich noch nicht, schon komisch, wenn man bedenkt, dass der Supermarkt meine berufliche Heimat ist. Ob ich mich mal dem Thema Meal-Prep widmen sollte?
14. Dezember 2025
Ach herrje. Während ich am heutigen Sonntag mein ruhiges Läufchen im 7er Schnitt trabte, fiel mir doch glatt ein, dass ich schon lange keinen Bericht mehr ins Tagebuch eingeschrieben habe. Hier nun also ein Abriss der letzten 2 Monate.
Die erste Langdistanz ist für mich ein tolles Projekt, welches ich mit bestmöglichem Support angehen möchte. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, mir eine persönliche Trainingsbetreuung zu gönnen. Nach einiger Zeit bin ich durch Menschen, welchen ich bei Instagram folge, auf den Hamburger Laufsportladen Running Green gestoßen. Das es diesen Laden gibt (welcher bestmöglich nachhaltig arbeitet und auch Sportzeugs anbietet) wusste ich, dass der Inhaber Matthias Panoscha auch Langdistanztrainer ist, noch nicht. Ich schrieb ihm eine freundliche Mail mit ein paar Angaben zu mir und meinem Vorhaben und ein Telefonat später, (welches mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte) war klar, dass ich bei ihm fündig geworden bin. Mättz ist nicht nur Bewohner meiner deutschen Lieblingsstadt, sondern auch Anhänger des FC Sankt Pauli und hat die Triathlonabteilung (ich bin seit Jahren dort passives Mitglied) des Vereins mit aufgebaut. Passt wie Arsch auf Eimer sagt man glaube ich.
Mein Training hat sich dadurch schon ordentlich verändert. Die ganz langen Läufe zum Sonntag (im Oktober schon bis zu 2 Stunden) sind kürzeren Einheiten gewichen. Dafür habe ich jetzt an fast jedem Trainingstag eine zusätzliche Session im Plan. Neben der Schwimm-Rad-Lauf-Einheit gibt es zusätzlich immer noch entweder eine Stretching-Yoga-Einheit (zum Teil durch Videos, welche der Trainer selbst aufgenommen hat) oder auch eine Kraft-/Athletikeinheit aus der App. Auch beim Schwimmen hat sich grundlegend etwas verändert. Eine von 2 Einheiten absolviere ich inzwischen bei unseren Freunden von Neptun Finsterwalde. Das von Marit oder Matthias Brandt angeleitete Training ist echt anspruchsvoll. Aber es scheint (natürlich!) gut zu funktionieren. Vor 2 Tagen stand ein CSS-test im Schwimmen an. Mein letzter Test dieser Art im Januar 2025 ergab eine Schwellenzeit von 2:18min/100. Nun steht da eine sagenhafte Zeit von 1:58min/100m. Wie geil ist das denn…
29. Januar 2026
Noch 18 Wochen und 3 Tage. Nach einem kleinen Erkältungsanfall im Dezember ging es für 14 Tage nach Thailand. Trainieren in kurz/kurz in der Sonne. Grandios sag ich euch. Mit dem Trainer war abgesprochen, dass wir auf das Radfahren verzichten, da es zu gefährlich ist. Fokus legten wir auf Laufen und Schwimmen. Ein 37m Pool nur für mich allein. Herrlich. Das Training dort lief echt gut und hat absolut Spaß gemacht. Laufen in der Hitze und danach eine frische, kalte Kokosnuss. „Bestes Leben“ dachte ich jedes Mal. Nun ja, ich habe auch kein Problem im kalten Deutschland zu trainieren (wenn Straße und Wege eisfrei sind). Deshalb ist es auch nicht schlimm, dass dieser schöne Urlaub nun vorbei ist und ich bald wieder gut verpackt durch die Heimat laufe sollte.
Doch irgendwie verwunderte es mich nicht, dass es mich, vielleicht durch die ständig niesende und Nase schnaubende (warum heißt das so?) Dame neben mir auf dem Flug von Istanbul nach Berlin, erwischte; bereits zwei Tage nach Ankunft in Deutschland machte sich eine Erkältung bemerkbar.
Zack. Anker geworfen, Trainingsstopp. Ich hatte gehofft, dieses Jahr einmal ohne Pause durchzukommen. Aber nichts da. Und kaum ist die Erkältung vorbei und ich bin guter Dinge, wieder durchzustarten, bekommen wir die Nachricht, dass unsere 5-köpfige Familie künftig nur noch zu viert sein muss. Mach´s gut kleine Thirteen. Ich wünsche dir viele Mäuse und schmackhafte Vögel da, wo du jetzt bist. Ob nun diese mental beschissene Situation oder die Erkältung dafür sorgte, dass die gestrige Laufeinheit bei einem Tempo von 7:30min/km trotzdem für einen Puls sorgte, der sich teilweise auf die 150 zubewegte … Ich weiß es nicht. Jedenfalls war die heutige Radeinheit auch nicht so euphorisch wie sonst und jetzt kneift es auch noch in den Adduktoren. Na mal sehen, wie es morgen ist. Noch 18 Wochen. Das Feuer lodert gerade auf Sparflamme…
30. Januar 2026
Es ist Freitag. Ich fahre nach der Arbeit in die Schwimmhalle.
Alle Bahnen belegt, teilweise jedoch nur mit einer Person. Ich habe Zeit und starte meine Erwärmung. Eine Frau, allein auf der Bahn, stoppt ihr Schwimmen und spricht mich an, ob ich auf ihre Bahn möchte. Ich sähe wohl so aus, als wenn ich schwimmen könne, und deshalb würde sie mir gerne Platz machen! Wir plauschen noch kurz, was ich denn schwimmen wollen würde. Meine Antwort verdutze sie. Sie rechnet die Bahnen aus und mit einem lauten Lachen in Verbindung mit der Zahl 132 taucht sie unter der Leine durch und schwimmt auf der anderen Bahn weiter.
Verkehrte Welt :-D
06. Februar 2026
Gestern sind wir zum Trainingslager in Rabenberg angereist. Nach dem obligatorischen Tischtennisturnier, bei dem ich mich nicht sooo schlecht schlage (zumindest nach meinem Ermessen) gab es noch ein Bierchen und dann ab ins Bett.
Da ich morgens lieber ruhig starte, stellte ich mir den Wecker auf 6 Uhr, wachte jedoch schon zeitiger auf. Tägliche Routine: Erstmal einen grünen Shake mit Vitamin C trinken. Nach dem ersten Schluck stellte ich die Flasche (natürlich offen) neben das Bett auf das Nachttischschränkchen. Kurz ins Bad und ab aufs Bett geschmissen. Ein Griff zum Handy… Und Platsch… Handy noch am Kabel. Zwischen Kabel und Bett stand die Flasche. STAND die Flasche. Diese lag jetzt fast leer auf dem Schränkchen. Der Inhalt hatte sich auf das Bett ergossen.
Also statt relaxtem Morgen 200er Puls, Bettzeug runterreißen, Matratze vom Bett, Lattenrost runter und erstmal im Bettrahmen den Boden wischen. Wie gesagt. Es war gerade 5:45 Uhr.
Danny macht Danny Sachen. Es bleibt spannend. :-D
15. März 2026
Das letzte Wochenende beinhaltete 2 Facts. Meine 10 Kilometer-Testzeit ist im Rahmen. Und viel verrückter. Es waren noch genau 3 Monate bis zum Ironman Hamburg. Mit etwas Unbehagen quatschte ich mit Olaf darüber. Der beruhigte mich aber mit den wahren Worten: Es sind noch 3 volle Trainingsmonate bis zum Start. Recht hat er. Viel neues passiert zurzeit nicht. Also zumindest nichts Außergewöhnliches. Am Freitag vor 2 Tagen habe ich den Schwimmtest verkackt.
Zu sehr einen Kopf gemacht, zu hart angeschwommen und dann statt der Technik, die ich in den Einheiten, welche inzwischen auf 3 in der Woche angestiegen sind, durchs Wasser gewühlt. Die Schwimmbrille flog vor Wut auf die eigene Dummheit beinahe quer durch die Halle…
Neuer Tag neues Glück?! Ach lasst mich doch in Frieden… Der FTP-Test auf dem Rad stand an. 20 Minuten all-out auf der Rolle. Die ersten 10 Minuten habe ich mich relativ zurückgehalten um dann auf das große Kettenblatt zu schalten und durchzustarten. Die Motivation schien förmlich zu explodieren! Und dann. Klick, klick, klick statt einem zarten surren und des Gangwechsels. NOCH NIE IN ALL DEN JAHREN WAR DIESE VERFLUCHTE SCHALTUNG LEER!!! Und jetzt während des FTP-Tests. Habe ich gekocht und geschimpft. Runter vom Rad (Test unterbrechen ist vollkommen sinnlos, eigentlich hätte ich gleich abbrechen müssen) und versucht die Kette manuell umzulegen. Aber auch das scheiterte natürlich. Durch einen technischen Kniff am PC könnte ich den Test noch zu Ende fahren, allerdings sind die Werte quasi nicht verwertbar. Ich glaube der Trainer schüttelt inzwischen auch schon mit dem Kopf. :-D
Ostern 2026
Ein paar längere Läufe (bis zu 3h) sind absolviert, die Zeit schreitet voran. Leider musste diese Woche das Schwimmen ausfallen. Nachdem ich am Dienstag mal wieder diese übervolle Schwimmhalle in Lauchhammer voller Wut verlassen hatte, habe ich am selben Abend das typische Kribbeln des sich anbahnenden Herpes gespürt. Trotz sofortiger Maßnahme eines Hitzestifts wachte ich morgens mit dem Bläschen an der Lippe auf. Lange nicht gehabt, dennoch Shit.
Glücklicherweise ging es nicht einher mit einem geschwächten Immunsystem. Ich bin weiterhin fit und kann trainieren. 2 Storys zum Schmunzeln habe ich noch. In der letzten Woche war ich am späten Nachmittag laufen. Zwei Intervalle von je 10 Minuten standen auf dem Plan. Und während ich nach dem ersten Intervall so dahintrottete, meldete sich das Gedärm. Da die Wälder noch nicht dicht genug sind und ich auch keine Klopapier hatte, entschied ich mich zum Hafen zu laufen. Der war schließlich nicht so weit weg. Ich also dorthin gespurtet und wer kennt es nicht?! Wenn man muss und die Erlösung näherkommt, steigt gleichzeitig der Druck. Gerade rechtzeitig stand ich an der Hafenklotür. Öffner gedrückt. Nichts. Blöde Technik. Öffner gedrückt. Nichts! Schild mit den schon beinahe rausstehenden Augen erhascht. 10-16 Uhr geöffnet! Es war 16:21 Uhr. Fuck. 1 Kilometer bis nach Hause. Und es drückte bereits richtig. Unter welche Brücke könnte ich gehen? Keine! Gebüsche? Keine Option. Also los. Es wurde immer schlimmer, ich zog sogar die Zehen im Schuh an. Als ich dies bemerkte, ließ ich die Zehnen wieder locker. Allerdings entkrampfte sich somit der GANZE Körper mit JEDEM Muskel. Also schnell wieder krumm gemacht die Dinger. Ich malte mir schon aus, wie ich mich im Hof auf die Mülltonne setze. Aber wie sollte ich die folgenden Tage die Gerüche erklären? Oh Mann. Ich muss aufs Klo. Irgendwann bog ich in die letzte Straße ein. Die finalen Meter lief ich unter höchster Konzentration (und mit mit der Hand am Hintern). Aber: Es reichte… Intervall Nummer 2 lief ich im Anschluss in derselben Hose.
Karfreitag dann hieß es 3h Radtour mit Olaf. Pünktlich um 10 stand ich an seinem Hoftor. Er kam und fragte, ob ich denn das Pannen kit eingesteckt hätte. Meine Antwort, er solle sich nicht ins Hemd machen, es passiere schon nix, quittierte er mit einem Lächeln und machte kehrt, um seine Socke zu holen, in der er Schlauch und co. aufbewahrt. Durch 6°C kaltes und trübes Wolkenwetter strampelten wir um die Seen, um irgendwann in Dörrwalde zu landen. Wer es kennt… Kurz vor der Kopfsteinpflasterpassage befindet sich etwas Schotter. 5 Minuten später der gefürchtete Ruf… Plaaaatttttten! Nun denn. Nach kurzer Abschätzung, ob flicken oder Schlauch wechseln entschied sich Ole für´s flicken. Der Gute ist ja geübt. Nur seine alte Technik (wer pumpt denn heute noch manuell?!) nervte mich sogleich. Ich übernahm kameradschaftlich auch mal eine Runde pumpen. Angesichts meines Geschimpfes über die Tatsache, dass jeder Hub mit diesem Ding gefüllt lediglich ein Lüftchen in den Reifen pumpte, übernahm Olaf wieder. Und gerade als sich seine Miene erhellte, so kurz bevor der Reifen voll war… Hängt der Kerl angesichts eines plötzlich fehlenden Widerstands halb im Zaun. Weil? Dieses fucking Ventil GEBROCHEN ist. So einfach mittig durch! Nicht aus dem Schlauch gerissen oder watt. Und nicht oben das kleine Köpfchen, welches man aufschraubt! NEIN! So richtig mittig gebrochen. Ich lag halb im Dreck vor Lachen. In diesem Moment fiel mir gleich noch auf, dass ich mein Telefon vergessen hatte. Und Olaf… Sein´s musste natürlich laden. Dieser Anfänger. Aber!! Bloß gut ist er nochmal umgedreht und hat das Flickzeug geholt. Das wäre was geworden. Im nirgendwo, ein platter Reifen und dann kein Telefon. Das ich später noch, wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein auf dem Carbon Esel saß, weil zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit meine Sattelstange in den Rahmen gerutscht ist, ist schon beinahe zu vernachlässigen. Beim ersten Mal vor ein paar Tagen half mir ein Vereinskollege. Da dieser (wie kann man nur) keinen Drehmomentschlüssel besitzt, zog er die Schraube mit den Worten „das ist Bombenfest Danny“ fest. Hat dann also 2,5 Fahrten gehalten, Dein Bombenfest! Danke auch und schöne Grüße!
Nun haben wir das „Arbeits-Ostern“ hinter uns. Der morgige Sonntag startet mit einem 1,5h-Lauf. Nachmittags geht es dann für 2,5h aufs Rad. Und am Montag wird dann im Verhältnis 3hRad – 0,5h Lauf das erste Mal gekoppelt. Ich fühle mich schon fast wie ein Triathlet!
1. Mai 2026
1:37:38h. Klingt jetzt nicht sonderlich spektakulär. Ist es für mich aber. Wir waren im wirklich schönen Düsseldorf, um einen Halbmarathon zu laufen. Unsere Anreise startete ca. 19:30Uhr in Senftenberg, wir kamen also irgendwann halb 5 am Morgen an. Schlafen bis 9 Uhr, dann ging es für 70 Minuten in die Laufschuhe. Die nächsten Stunden verbrachten wir bis zum späten Abend in der Stadt, um dann irgendwann gegen 24 Uhr im Bett zu sein. Der nächste morgen sah nach einem kleinen Porridge eine Schwimmeinheit vor. Ich machte mich natürlich als Triathlet auf Reisen vorher schlau, wo man in Düsseldorf schwimmen gehen könnte. Ich fand eine Halle, bei der man sich augenscheinlich einen Zeit Slot buchen sollte. Für 5,50€ buchte ich mir scheinbar den Zeitraum von 10-11 Uhr. Per Roller an der 2 Kilometer entfernten Halle angekommen, fand ich ein wirklich schickes Ding vor. Da ich wusste, dass eine Stunde für mein Schwimmset nicht reichen würde ging ich zur Rezeption und fragte den Typen dort, wie das dann mit dem Nachzahlen wäre. Er grinste mich an und erklärte mir, dass es nur einen Tarif geben würde und ich die Halle für die 5,50€ -in Worten Fünfeurofünfzig- bis zum Schließen der Halle nutzen könne. HÄÄÄÄÄÄ? Eine wirklich schöne Halle, ein Nichtschwimmerbecken getrennt von 2! Becken mit geleinten 25m Bahnen. Ich war zum großen Teil allein auf meiner Bahn, manchmal zu zweit, kurz mal zu dritt. Wahnsinnig geil. Und ich dachte mein Lübbenau ist Luxus. Nach dem Schwimmen ging es zurück zu den anderen und wieder in die Stadt. Nochmal den ganzen Tag unterwegs ließen wir den Abend vor dem Rennen in einem israelischen Restaurant ausklingen. Wahnsinnig lecker und ich konnte mich mit dem Fressen mal wieder nicht zurückhalten. Und da mir der Bart schon den ganzen Tag auf den Senkel ging, entschied ich dann abends 23:30 Uhr noch meine Visage zu glätten. Wenig Schlaf die letzten Nächte (das sollte sich die nächsten Wochen häufig wiederholen) und viiiel unterwegs vor dem Halbmarathon. Das ging ja wieder gut los. Also halb eins ins Bett. Um Sechs Uhr sollte der Wecker klingeln. Und wäre das nicht alles genug, schlief ich die Nacht sehr sehr unruhig, geplagt von ordentlichem Sodbrennen. Die orientalische Küche lässt grüßen. An meinem übertriebenen Gefresse wird es nicht gelegen haben. :-)
Der nächste Morgen ließ dann irgendwie gar keine Zeit (oder Lust) für das Frühstück. Ich naschte also einen Maurten Riegel und wir fuhren mit der Bahn zum Areal. Da es morgens auch noch sehr kalt war, chillten wir noch bis kurz vor dem Start in der Sonne. Dies hatte zur Folge, dass unser Startblock bis auf die letzten Paar Reihen schon unterwegs war und wir von ganz hinten gestartet sind. Mir war das jedoch egal, waren die Vorzeichen wie oben beschrieben eh nicht so, dass ich die vom Trainer für möglich gehaltenen 1:35h!!! erreichen könnte. Das wäre eine Pace von 4:30min auf den Kilometer. Wenn ich mir überlege, wie ich im Training so manches Intervall über einen Zeitraum von 8 Minuten mit einer 4:40 er Pace gehechelt bin… naja. Also erstmal losgetrabt und etwas durch die Massen gestolpert. Natürlich findet man keinen Rhythmus und so gingen die ersten 3-4 Kilometer mit irgendwas über 5 Minuten voran. Ein Stopp aufgrund einer sehr engen Stelle (ich glaube dort wurde gebaut) sorgte dann auch noch für eine 5:40min/Kilometer. Ab da an konnte ich mich dann aber aus den Massen befreien und die Kilometer flogen nur so dahin. Immer in einer Pace von ca. 4:30-4:40min. Ich fragte mich, wann denn nun endlich mal der Hammer kommen würde doch so ab Kilometer 15-16 merkte ich, dass ich echt einen Sahne Tag erwischt hatte. Im Ziel zeigte die Uhr dann besagte 1:37:38h. Ich strahlte mit der Sonne um die Wette und wusste, dass ich eine 1:35h hätte laufen können, hätte ich mich die Tage davor und am morgen richtig vorbereitet. Der restliche Sonntag war ein echter Freudentag und meine Laune konnte nix mehr trüben.
20. Mai 2026
Meine Einträge hier werden weniger. Einfach weil mich das Training (und das Leben) wirklich ordentlich fordert. Neben dem Job 15-16h Stunden trainieren klingt irgendwie nicht viel, aber wenn man am Samstag nach der Arbeit 3h Rad fährt und im Anschluss 1,5h laufen geht, um dann am Sonntag schon wieder 5h im Sattel zu sitzen, ist das schon ganz schon hart. Hinterher ist es immer schön, aber währenddessen. Nach 2h, sind es noch 3h, nach 3h sind es noch 2h. Da qualmen die Ruten und der Hintern. Und dann noch der ganze Nonsens mit dem Eiweiß trinken und co. Glaubt mir, ich will im Anschluss immer nur auf der Couch liegen und habe keine Lust mehr zu tippen. Und weil ich ja meine Lieblingsstadt Hamburg für mein großes Abenteuer nicht umsonst ausgewählt habe und bekanntlich mein Fußballherz am FC Sankt Pauli hängt, sieht das dann in der Himmelfahrtswoche dann auch mal folgendermaßen aus:
Mittwoch Abend:
1:20h Schwimmen mit den Dudes
Himmelfahrtsdonnerstag:
Am Morgen die geliebte Katze
in Ihren letzten Atemzügen erlebt
(meine Augen werden gerade feucht)
5h Rad – 138KM
20 Minuten Yoga
Freitag:
11h körperliche Arbeit
1:20h Rad
40 Minuten Laufen
Samstag:
Nach 5 h Schlaf auf Arbeit
Obst/Gemüse verräumt
9:30Uhr nach Hamburg, Dinge erledigen
14:30Uhr im Stadion
17:20 Uhr Abgestiegen in Liga 2
18:30 Uhr Laufschuhe an
2h Lauf
Katzenwäsche, etwas Essen gehen
Rückfahrt. Von 2-3Uhr im Auto gepennt
4:30Uhr zu Hause im Bett
Sonntag:
9:30Uhr Innige „Zungenküsse“ von Lotti
Kaffee, Frühstück, Zeit bis zum Training herauszögern…
13:00 Uhr aufs Rad
3,5h-102 Kilometer
Koppeln 1:15h mit 20 min Racepace
Ein irres Wochenende aber ich lieb´s. Am Montag wartete ich dann gespannt auf den neuen Plan. Ehrlicherweise hatte ich gehofft, dass es ab jetzt etwas ruhiger wird. Viel Zeit ist schließlich nicht mehr. Dem sollte aber nicht so sein. Weitere 14h standen an. Und weil ich so dumm war und es mir gewünscht habe, hat mich der Trainingsgott ab Dienstagnachmittag (das morgendliche Radtraining konnte ich noch problemlos absolvieren) mit einer ordentlichen Nagelbettentzündung oder ähnlichem belohnt. Jedenfalls ist der große Onkel rot und schmerzt bei jedem Tritt. Und weil wir eine weitere olle Feiertagswoche haben (sofortige Abschaffung!) und der Körper meines Getränkemanns sich dachte, diese Woche mal krankheitsbedingt pausieren zu wollen, laufe ich jetzt mit einem Turnschuh und einem Birkenstock durch den Markt und werfe Getränkekisten umher. Ich hoffe, spätestens zum Wochenende wieder trainieren zu können. Wir reden schließlich von weniger als 3 Wochen bis zum großen Tag. Aber dank der Sportpause habe ich mal wieder Zeit und Lust ein paar Zeilen zu tippen.
31. Mai 2026
Sonntag
7:06 Uhr:
Heute in genauer einer Woche springe ich ins Wasser. Bei dem Gedanken wird mir speiübel.
21:29 Uhr
Das letzte echte Training ist vorüber. Wie habe ich das lange Radfahren von 5h „gehasst“. Und nun ist die Zeit doch viel schneller vorbei gegangen als gedacht. Nach den gestrigen 3h Rad mit 5x 25min RacePace standen heute noch einmal 40 Minuten Freiwasserschwimmen sowie 2h Rad mit 2x 30 Minuten Racepace und ein 30-minütiger Koppellauf an. Nun ja. Läuft es nächste Woche ähnlich gut, bin ich um diese Zeit tatsächlich ein Ironman. Oh mein Gott. Das klingt verrückt. Jetzt heißt es die letzten Pläne für die Packliste machen, Reise und Ankunft der anderen koordinieren und ESSEN. I like it. Auf geht’s in die Raceweek 😊
Raceweek
5T 15h 30m
Die Gedanken kreisen seit dem Aufstehen nur um eins…
Während wir uns gestern Abend von Lene und Patrick verabschiedeten, brummte es mit einmal wild am Handgelenk. „Maximale Anzahl an Trainings überschritten“. Das kann nur eins bedeuten. Der Trainer hat die letzten Trainings vor dem großen Tag eingestellt. Gespannt öffne ich die App.
Montag – Ruhetag
Dienstag 1h Schwimmen, 45min. Laufen
Mittwoch – Ruhetag
Donnerstag 45min Rad, 15min Laufen
Samstag 20min Schwimmen
That´s it. Das soll es dann gewesen sein.
Dazu folgende Nachricht:
Race Week here we go! So aus meiner Sicht bist du mehr als bereit für den Ironman. Jetzt kann nix mehr schief gehen, stimmt natürlich nicht. Damit nix schief geht, kommen jetzt wichtige Hinweise.
1. Fokus der nächsten Woche ist Regeneration, was aber durch Bewegung beschleunigt wird. Die Belastungsspitzen am Dienstag sollen den Körper in "Alarmbereitschaft" halten und etwas die Nerven beruhigen. Spätestens Donnerstag sollten sich die Beine richtig frisch anfühlen.
2. Carboloading: Machst du natürlich auch, aber vermutlich ist es perfekt anders als du denkst. Carboloading bedeutet nicht am Samstag einen Teller Nudeln mehr zu essen. Bis Dienstag ernährst du dich normal. Ab Mittwoch beginnt der nicht so spaßige aber extrem wichtige Teil. Du erhöhst die KH-Zufuhr auf mindestens 6g pro Kilogramm Körpergewicht über den Tag verteilt. Am Donnerstag gehst du auf 8g und Freitag und Samstag versuchst du auf 10g zu kommen. Also Reis, Nudeln, Gummibärchen, Softdrinks, Eis usw. Ab Donnerstag dann bitte die Ballaststoffe wie Salat usw. reduzieren.
3. Trinken: Spätestens Donnerstag bitte kontrollieren, dass du auf 3 + X Liter Flüssigkeit am Tag kommst.
4. Bis Freitagmittag durch Hamburg schlendern, ist okay. Danach versuchst du viel zu sitzen. Das wird mit Race Briefing und Samstag Bike Check In auch nicht so einfach.
5. Im Wettkampf bist nur du dein größter Gegner. Bleib beim Schwimmen ruhig, beim Rad nicht überzocken und beim Laufen gilt gerade für dich nicht zu schnell loslaufen.
Klare Anweisungen. Für mich genau richtig. Nachher geht’s zur Abstimmung der Überraschung für die Muddi und den Vati noch zu Tante und Onkel. Diese begleiten die Eltern nach Hamburg. Noch kurz beim Schwimmen vorbeischauen und dann bei Rolle und Ayran mit Olaf einen Plan entwickeln, wie die Anreisemodalitäten laufen. Zum Glück hatte ich heute meinen letzten Arbeitstag, sodass ich mich morgen vollends um die restlichen Dinge kümmern kann…
Freitag 05. Juni 2026
Inzwischen ist die Anreise erfolgt. Ich sitze im Haus am Tisch und warte auf das Frühstück. Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass das Wetter am großen Tag mit Regen und frischen Temperaturen nicht so rosig aussieht. Nicht das, was ich mir erhofft hatte. Heute werden Startunterlagen abgeholt und mal das Areal angeschaut. Mehr Gedanken habe ich gerade nicht zum Aufschreiben. Woran das liegt…? Ich weiß es nicht.
Dienstag 09. Juni 2026
Tag 2 nach dem Tag, der der größte sportliche Tag in meinem Leben werden sollte und mich mit einer Mischung aus Traurigkeit, Stolz, Frohsein und vor allem Liebe für Menschen in meiner Umgebung zurücklässt.
Aber von vorn.
Am Donnerstag reisten wir unkompliziert an…
(Abbruch des Berichts)
Mittwoch, 10.Juni 2026
Nachdem ich wieder zu Hause bin und die Gedanken etwas sortiert sind, versuche ich mich nochmal an einem Abriss des Renntags.
Rückblick:
Sonntag 07.06.2026 etwa 19 Uhr
Nach monatelangem, teilweise nervendem Training befinde ich mich nach 3,8 Km Schwimmen und 180 Kilometern auf dem Rad auf den letzten Metern des Marathons. Der rote Teppich beginnt, ich höre den Satz: „Danny. You are an Ironman. Ich läute jubelnd die Glocke, welche man als Neuling läuten darf. Meine Familie und Freunde stehen an der Tribüne. Sie jubeln und freuen sich. Ich nehme jede-/n in den Arm und bedanke mich. Die Tränen fließen. Ich gehe durch das Ziel und bin offiziell ein Ironman…
Dies war monatelang meine Vorstellung auf den vielen Stunden auf dem Rad, beim Absolvieren von 3 Schwimmtrainings die Woche und auch bei den vielen kilometerlangen Läufen…
Am Donnertag reisten die ersten an, die Crew vervollständigte (fast) sich am Freitag, als wir meine Eltern bei ihren „Geburtstagsgeschenkaufenthalt“ in Hamburg überraschten. Eine gemeinsame Hafenrundfahrt und ein anschließender Tagesabschluss in einer Kneipe rundeten den schönen Tag ab. Relativ kaputt fiel ich gegen 0 Uhr ins Bett. Die Langdistanzerfahrenen unter euch wissen, dass diese Tagesgestaltung 2 Tage vor der Langdistanz quatsch ist, aber wenn man in solch einer Runde schon mal zusammen ist, sollte man Hamburg doch nutzen. Ich glaube jedenfalls, dass sich niemand über die Tagesgestaltung beschweren wird. 😊
Der Samstagmorgen vor dem Rennen begann dann schon irgendwie ein wenig hektisch. Schließlich musste noch das Rad präpariert und die Beutel sorgfältig gepackt werden. Niemand möchte beim Rennen feststellen, etwas vergessen zu haben. Nachdem ich alles zusammengesucht hatte, checkte Patrick noch einmal gegen und tatsächlich hätte ich zumindest beim Rad keine Socken gehabt. Das angekündigte Wetter für Sonntag, Schauer und Wind ließen nämlich erahnen, dass ich nach dem Rad nasse Socken habe könnte und ich lieber mit trockenen Socken loslaufen möchte. Deshalb benötigte ich 2 Paar, für jede Disziplin nach dem Schwimmen eins. Die Zeit drängte auch, weil lediglich in der Zeit von 10-12:30Uhr die Möglichkeit bestand, sich in der Alster einzuschwimmen. Wir mussten also rechtzeitig los, schließlich hatten wir bis Hamburg ein Autoweg von 35 Minuten und die Umgebung des Jungfernstiegs ist nicht gerade mit Parkplätzen überhäuft. Ole als Fahrer meisterte dies aber hervorragend und wir waren pünktlich da. Den Neo an, Kathrin und René begrüßt, und dann hieß es ab ins Wasser. Da der Samstag, wie alle Tage bis auf Sonntag, Sonnenschein und Wärme bereithielt, war ich im Neo schon etwas aufgeheizt und der Sprung ins 20°C kalte Wasser sorgte kurzzeitig für Schnappatmung. Diese legte sich jedoch und ich begann meine Kraulzüge. Dies klappte auch reibungslos, bis auf einen Idioten, der mich beim Einschwimmen komplett überschwamm und sich so rücksichtslos verhielt, dass ich ihm einen Ganzkörperkrampf wünschte. Aber bitte am Renntag!
Wieder raus aus dem Wasser (nach lediglich 10 min) musste ich aber feststellen, dass mir richtig schwindelig war und ich setzte mich erstmal 5 Minuten hin. Das ging ja gut los. Irgendwann war es aber wieder okay und so überbrückten wir die Zeit bis zum Check-In des Rads mit warten. Vielen Dank an die Helferlein, die mein Equipment trugen, sodass ich mich immer irgendwo hinsetzen konnte. Der Check-In verlief reibungslos. Ich hing mein Rad an die Stange und schepper… das Trinksystem lag auf der Straße. Es war nicht richtig montiert worden und da ich kein Werkzeug einstecken hatte, begab ich mich noch einmal zum Radservice. Nach weiteren 20 Minuten stand mein Rad an seinem Platz und die Wechselbeutel hingen am vorgegebenen Platz. Ich hatte mir für die Nacht auf Sonntag eine extra Unterkunft gebucht, um gleich in Hamburg zu sein und früh den Stress mit den anderen und der Anreise nicht zu haben. Dort wurde ich von der Crew noch hingebracht und dann war klein Danny surreal allein allein. Mein Carboloading am Freitag und Samstag war absoluter Müll, sodass ich mich noch einmal mit dem Roller zu REWE begab. Mein Apartment hatte zum Glück eine kleine Küchenzeile, sodass ich mir wenigstens noch einen Beutel Resi reinschaufeln konnte und mich gegen 19 Uhr ins Bett haute. Die Wachphasen in der Nacht verbrachte ich mit „Einschlafgeschichten für Erwachsene“ (Nein, es ging um Wikinger). Und um vier Uhr vibrierte das Whoop-Armband. Der große Tag war gekommen. Ich haute mir noch 4 Reiswaffeln mit Honig rein (früh um vier echt nicht so meins), zog meinen Anzug an, sammelte meine Sachen zusammen und mit einem Leihrad mit Motorunterstützung ging es 20 Minuten zum Jungfernstieg. Ich passierte dabei die Schwimmstrecke und oh mein Gott. Das war schon weit 😊
Mit meinem REWE Körbchen und einem Sixpack Wasser zum Anmischen der Radflaschen spazierte ich zu meinem Rad. Fix die Verpflegung angebracht und beim Verlassen der Wechselzone klingelte mein Telefon. Die Frau war dran und nach kurzer Abstimmung über den Treffpunkt durfte ich (mit Tränen in den Augen, ich hoffe es hat niemand gesehen) Frau und Supporter begrüßen. Dann war es langsam auch soweit, den Neo anzuziehen und mich zum Schwimmstart zu bewegen. Unterwegs passierten wir noch Jan Frodeno. Was ein Athletischer Kerl. Beneidenswert 😊
Nach kurzer Verabschiedung und dann doch noch recht langer Wartezeit war es so weit. Ich stand am Eingang zum Schwimmen und nachdem der Athlet vor mir ins Wasser gelassen wurde, standen nur noch 6 Sek. zwischen Traum und Realität. 3, 2, 1. Viel Spaß sagte die Dame zu mir und entließ mich ins Wasser. Ein flacher Kopfsprung und ich schwamm in der Alster. 1, 2, 37, 49, 52, 67, 84, 93, 100 Züge. Und 1 und 2…. Zug um Zug wiederholte ich mein Zählen, einfach um die Zeit herumzubringen. Natürlich schweifen meine Gedanken öfter ab und ich beginne von vorn. „Ach schau, die Plattform der berühmten Alsterfontäne. Sind sogar Lampen drauf… Oh krass… die erste Brücke, hier ist es ganz schön dunkel…“ als dies waren so Highlights unterwegs. Durch den Platz war es ein herrlich befreiendes Schwimmen und scheinbar hatte ich mich mit einer Zielzeit von 1:20h-125h gut eingeschätzt. Ich überholte zwar einige Athletinnen und Athleten, aber nicht in dem Maße, dass ich keinen Platz zum Schwimmen gehabt hätte. Nach der Hälfte des Schwimmens kamen dann noch ein paar kleinere Wellen auf, diese konnte ich aber problemlos bewältigen. Auch ein Verschlucken bringt mich nicht mehr aus der Ruhe. Anders als üblich unterließ ich es auch, auf die Uhr zu schauen. Ich schwamm einfach, wie es sich recht locker anfühlte. Ehrlicherweise dachte ich mir nach geschätzten 3000m, jetzt reicht es langsam mit Schwimmen. Dies war dann auch irgendwann soweit und ich brachte Etappe 1 zu Ende.
Nach dem Schwimmausstieg war es durch die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer sofort richtig laut und es dauerte nicht lange, bis ich die ersten „meiner“ Supporter entdeckte. Ein Küsschen für die Frau und dann in die Wechselzone. Dies dauerte leider länger als gehofft. Aufgrund der Wettervorhersagen entschied ich mich, mir neben einer Windweste noch Armlinge anzuziehen. Diese enganliegenden Dinger ziehen sich auf nasser Haut sehr bescheiden an. Ich hatte aber wenig Druck und so blieb ich recht ruhig und sortierte meine Gedanken. Den Beutel wieder angehangen und ab aufs Rad. Die ersten Kilometer führten durch das schöne Hamburg. Allerdings musste ich rasch erkennen, dass es besser gewesen wäre, meine Radflaschen vor dem Herausfallen aus der Halterung mittels Gummis oder ähnlichem zu sicher. Nach jedem Bumper und ähnlichen Schäden auf der Straße musste ich mich vergewissern, dass meine Flaschen nicht kurz vor dem Herausfallen sind. Ein paarmal musste ich sie auch tatsächlich wieder ein gutes Stück hereinstecken. Die Zeit verging in der Stadt recht schnell und ich hatte einen guten Tritt. Die Straßen waren schon gut mit anfeuernden Menschen gesät, sodass es richtig Spaß mache. Ich passierte mir bekannte Orte, wie das Hausboot von Rick Zabel, welches früher mal Gunter Gabriel gehörte und von einem Influencer namens Finn Kliemann zusammen mit dem Sänger Oli Schultz gekauft und restauriert wurde. Dort hatten wir letztes Jahr zum Halbmarathon Hamburg übernachtet. Cool. Noch einmal nach links und wir waren auf dem Deich. Die ersten Profifrauen düsten vorbei und ich bewegte mich gut voran. Mitgefühl hatte ich mit den Sportlern, die am Rand standen und ihr Rad flicken mussten. Leider passiert das, dachte ich mir und war irgendwann verwundert, dass sich die Anzahl zügig häufte und dass es scheinbar beim Ironman doch so viele sind. Wir passierten immer wieder Grundstücke und ich freute mich, dass Anwohnende dieses ganz Spektakel nutzen und den Sonntag genossen. Auch die beginnenden Regentropfen ließen die Stimmung zum Beispiel bei einem Damentisch, auf dem gefüllte Wein- und Likörgläschen standen, nicht abreißen. Ich bedankte mich mit Worten und Gesten für die vielen Anfeuerungen und als ich gerade aus einem Ort herausgefahren bin, dachte ich mir, mich trifft der Schlag. Flapp, Flapp, Flapp. Das Hinterrad war Platt. WARUM? WARUM HEUTE AN MEINEM GROßEN TAG?! Und dann auch noch das komplizierte Hinterrad. Okay. Gedanken sammeln. Ich benötige die Ventilverlängerung. Kenne alle Schritte. Radflaschen ab, das Hinterrad raus, das Bike hinlegen. Ich hoffte, dass mein Trinksystem nicht zu viel Flüssigkeit verlieren würde beim Liegen des Rads. Schließlich bräuchte ich das später noch. Der Regen nahm zu und auch der Wind ging ordentlich. Ich setzte die Reifenheber an. Hä?! Warum sitzt denn der Reifen so fest auf der Felge. Ich erspähte ein Stück weiter einen Mann. Ich lief zu ihm hin und fragte ihn, ob er mir helfen könne. Nach wenigen versuchen verneinte er und ich ging nochmals ein Stück weiter, wo sich im jetzt strömenden Regenschauer ein Pärchen um einen andren Sportler kümmerte. Mit deren Reifenheber konnte ich dieses Problem dann lösen. Ich untersuchte den Mantel und fand nichts. Da ich inzwischen immer mehr fror, nahmen mir die beiden die Sachen aus der Hand und machten das Loch ausfindig. (Plötzlich meinte der Helfer, er hätte in meinem Mantel ein kleines Metallstück gefunden und das er dies eben bei der Hilfe für einen anderen Sportler schon einmal entdeckt hatte.) Allerdings hatte ich nur selbstklebende Flicken dabei und da inzwischen alles pitschnass war (auch die beiden), hielten diese verdammten Flicken nicht auf dem Schlauch. Sie entschuldigten sich bei mir, dass sie mir nicht helfen könnten und gaben mir den Hinweis, dass in etwas 1 Kilometer Entfernung eine Station aufgebaut wäre. Ich bedankte mich vielmals und nachdem wir das Rad ohne Schlauch wieder eingesetzt hatten, lief ich durch den weiter anhaltenden Regen los. Die Station stellte sich als Penaltyzelt und THW- Station heraus. Sofort eilten 2 Zuschauer zu mir und begannen, meinen Schlauch bestmöglich zu fixen. Doch spätestens, als nach dem Aufpumpen die Luft sofort wieder entschwand, ahnte mir schlimmes. Inzwischen nahm ich wahr, dass sich an der Station schon etliche Athletinnen und Athleten aufhielten, alle mit platten Reifen. Einer der Kampfrichter und eine Dame vom THW kamen zu mir und fragten wie es mir gesundheitlich ginge. Scheinbar war es auch ihnen aufgefallen, dass ich trotz im Wind flatternder Rettungsdecke klapperte wie sonst was und nach dem Hinweis darauf, ich sähe wohl nicht mehr so gut aus (hängende Augenringe, vielleicht blaue Lippen) und ich solle mir mal überlegen, ob ich das Rennen aus gesundheitlicher Sicht überhaupt fortsetzen wolle, kam mir erstmals der Gedanke, dass es dies gewesen sein könnte. Bei Kilometer 60 stehend, durchgefroren und mit einem Defekt, der mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr repariert werden konnte, ging ich mit dickem Kloß im Hals und Tränen in den Augen zum Kampfgericht bzw. Verantwortlichen und teilte ihm mit, dass die Startnummer 1458 das Rennen aufgeben muss. Eine Zuschauerin lieh mir mitleidig ihr Telefon und so konnte ich schluchzend Jeannette mitteilen, dass ich zwar körperlich gesund sei, allerdings das Rennen soeben beendet habe und somit in diesem Moment alles für die Katz war. Sie berichtete mir sofort, dass im Netz bereits von Manipulation die Rede ist und dass sie sich auf den Weg machen würden. Die Dame mit dem Telefon sagte mir noch, dass sie den Standort geschickt hätte und so zog ich mich in das THW Auto zurück, welches uns netterweise zum Aufwärmen zur Verfügung stand. Dort allein saßen bereits 4 Teilnehmer drin. Alle mit dem gleichen Schicksal. Weitere standen gegenüber an der Bushaltestelle, in Decken gehüllt und warteten auf Abholung. Aus dem Auto heraus beobachteten wir ungelogen, dass im Minutentakt Sportlerinnen und Sportler mit platten Reifen ankamen. Alle der Verzweiflung nahe. Nach und nach begriffen sie, dass es das heute scheinbar gewesen ist. Berichte von „mein dritter Platten“ u.ä. häuften sich. Und während immer mehr eintrudelten tauschten wir uns im LKW aus, was den so passiert ist, wie es lief, wo man herkommt und was man halt so mache. Nach einer gefühlten Ewigkeit meinte jemand, „da hinten kommen welche“. Ein Blick dorthin und ich erkannte meine Crew. Jane, Jan, Ole und Patrick kamen A-Team gleich auf mich zugelaufen. Meine Frau nahm mich tröstend in den Arm und ich berichtete den 4, dass ich das Rennen aufgegeben habe. „Nix ist, Du fährst weiter,“ war der eintönige Tenor. „Rad her und bereit machen“. Die 3 Männer machten sich sofort an mein Rad und weil der Schlauch wirklich an solch einer beschissenen Stelle kaputt war, nahmen sie einfach einen der unzähligen platten Schläuche, klebten einen meiner Flicke auf und machten mein Rad so wieder fahrtauglich. Ich konnte es nicht fassen und vielleicht schneidet gerade jetzt beim Schreiben jemand in meiner Nähe Zwiebeln. Ich erkundigte mich beim Kampfrichter, ob ich denn zurück auf die Strecke dürfe und eine Medaille bekommen wurde und nach seiner Antwort „Bestimmt. Du bist doch schon bestraft genug“ schwang ich mich wieder auf mein Rad. Es existiert ein Video, wo bei meiner Abfahrt ein Kleines Mädchen ruft „Du schaffst das“. Wieviel „Liebe“ und Mitgefühl und Hilfe wir da draußen erlebt haben, von Zuschauenden, Kampfrichtern, THW-Mitarbeitenden, einfach UNFASSBAR. Und was die Menschen in meinem Umfeld schon bis dahin nur für mich gemacht haben. Ich kann es nicht in Worte fassen!!!
Später berichtet die Deich-Crew noch davon, dass sie noch über eine Stunde zig weiteren Sportlerinnen und Sportlern geholfen haben. Aber vielleicht gibt es darüber einen kleinen weiteren Bericht. Ich fände es lohnenswert!
Und so setzte ich, wieder aufgewärmt und etwas gefasster meine Fahrt nach über 2h fort. Der Deich war gesäumt von eben beschriebenen Szenarien. Ein Sportler fuhr mit plattem Vorderreifen, andere schoben verzweifelt ihr Rad oder lagen/saßen einfach da, darauf hoffend abgeholt zu werden. Ich sah auf der anderen Seite noch etliche Sportlerinnen und Sportler, die sich vor nicht allzu langer Zeit auf Runde 2 gemacht hatten. Die Kilometer verflogen wieder und ich fragte mich, wo es denn auf Runde 2 ging. Plötzlich war da schon die Wechselzone, ich erkannte keinen Übergang. Zum Glück stand ein Helfer in der Nähe und ich fragte ihn, wo es auf Runde 2 ginge. Als ich erfasste, was sein Kopfschütteln und der Hinweis, Radrunde 2 ist bereits geschlossen, bedeutete, ich weiß gar nicht mehr was ich dabei dachte. Ich erspähte Kathrin und René und sofort teilte mir Kathrin mit, dass ich dennoch auf die Laufstrecke könne. Ich reagierte jedoch resigniert, schob frustriert mein Rad in die Wechselzone. Kathrin ließ es sich jedoch nicht nehmen, mir die ganze Zeit parallel zu folgen und mir unmissverständlich klarzumachen, dass ich gefälligst meinen Arsch bewegen und die Laufschuhe anziehen solle. Ey. Die sind alle wegen mir hier. Die haben Urlaub genommen, Kosten gehabt, stehen den ganzen Tag auch bei Regen an der Strecke, sind durchs Hinterland gedüst, um mein Rad zu fixen und ich mache hier das bockige Kind?! Laufschuhe an und los.

Und während ich mir Gedanken machte, welche Pace ich nun laufen solle, sah ich erschrocken, dass die Uhr eine Zeit von 4:30min/km oder ähnlich anzeigt. Schnell den Anker geworfen und versucht ein Tempo zu finden. Ich wollte mich gerne bei 5:30min/Km einpendeln. Doch schon bald vernachlässigte ich die Gedanken daran und es stellte sich ein Gefühl ein, welches ich nicht benennen, nur beschreiben kann. Meine Gedanken kreisten 42 Kilometer darum, dass die vielen vielen Zuschauenden mich bitte nicht anfeuern sollten, da ich eben keine 2 Radrunden gefahren bin. Und während gleichzeitig die Motivation und Pace immer mehr abnahmen, vergingen die Kilometer auch immer langsamer. Ich möchte das Ganze hier nicht noch ausdehnen, da beim Laufen bis zum Ziel nichts nennenswertes mehr passierte. Die Helfenden und Zuschauenden in Hamburg waren grandios! Die Strecke mental fordernder, als ich es mir vorgestellt hatte. Und das Wetter war zwar typisch für Hamburg, aber für einen solchen Tag absolut unbrauchbar. Der immer wieder einsetzende Schauerregen hat glaube ich noch ordentlich Körner gekostet, schließlich waren Regen und Wind selbst beim Laufen dafür verantwortlich, dass es bei mir ständig zwischen „mir ist warm und mir ist kalt“ wechselte. Die erste 10k-Runde war noch ganz okay. Runde 2 fühlte sich schon nicht mehr ganz frisch an. Die 3. Runde war schon uncool aber Runde 4 war wirklich eklig. Obwohl es „nur noch 12 Kilometer waren, zogen sich diese wie ein Kaugummi und ich konnte es auch nicht verhindern, auch außerhalb der Wechselzonen zu gehen. Auf Gels verzichtete ich bis kurz vor Schluss, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte und Sinn darin sah. Obwohl ich wusste, den Lauf gleich zu beenden, stellte sich bei mir eine Mischung aus Traurigkeit und Enttäuschung ein. Wie oft hatte ich mir dies vorgestellt. Und nun, wo der große Moment da sein könnte, lief ich wie ein bedröppelter Hund auf den roten Teppich. Vorbei an den Zuschauern, vorbei an der Glocke. Den Tränen nahe, allerdings eben nicht vor Freude. Ich ging über die Ziellinie und steckte mir sofort die Medaille unter den Anzug. Ob mein Name in Verbindung mit den magischen Worten überhaupt fiel, habe ich gar nicht wahrgenommen. Ein Helfer fragte mich noch, ob alles okay sei. Scheinbar schaute ich so komisch drein und verhielt mich durch die Emotionslosigkeit ungewöhnlich, dass er dachte mir geht’s nicht gut. Schon bald wurde ich von Freunden und Familie geherzt und getröstet. Da wir alle durchgefroren waren und ja scheinbar kein Grund für ausschweifendes Feiern vorhanden war, wurde fix die Abreise organisiert. Ich holte mein Rad und die Wechselbeutel ab, verabschiedete mich von den in Hamburg gebliebenen und wir fuhren zurück in die Unterkunft. Leider habe ich nicht mehr an ein gemeinsames Foto gedacht. Wer nicht dabei war. „Meine“ Crew hatte übelst tolle Plakate für mich gemalt und die Anfeuerung war unbeschreiblich. Allein dies hätte ein anderes Ende verdient. Nach einen Schluck Champagner und italienischem Essen verschwanden alle schnell im Bett. Den nächsten Tag gab es leider schon Verabschiedungen, der Rest verbrachte noch einen tollen Tag in Hamburg, bei bestem Wetter. 😊
Inzwischen ist mir durch viel Zuspruch und die vielen Nachrichten (DANKE, DANKE, DANKE!) klar geworden, dass ich zwar in keiner offiziellen Finish-Liste stehe, aber die mentale Herausforderung einer Langdistanz auf eine etwas andere Art und Weise gemeistert habe und mich insgeheim dennoch einen „Ironman“ nennen darf. 😊