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Nach 2 Jahren Pause konnte in diesem Jahr endlich wieder der legendäre Schlosstriathlon vor fantastischer Kulisse in Moritzburg stattfinden. In den vergangenen Jahren nutzte ich die Sprintdistanz als Saisonauftakt, in diesem Jahr sollte ich erstmals auf der Olympischen Distanz starten.DannyMB2022 1

Bereits am Samstag nutzte ich einen Abstecher nach Moritzburg, um die Unterlagen abzuholen. Da der Start bereits um 9 Uhr war, wollte ich dem langen Anstehen und Bekleben des Rads /Helms am frühen morgen entgehen. So konnte ich alles in Ruhe zu Hause vorbereiten.

So kam ich also bestens vorbereitet eine Stunde vor dem Start am Gelände an und konnte gleich in der Wechselzone einchecken. Durch die freie Platzwahl platzierte ich mich neben meinem Vereinskollegen Leo, sodass wir noch ein wenig plauschen konnten.

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Nachdem alles hergerichtet war, ging es gleich zum Schwimmstart. Ich reihte mich sehr weit hinten im Feld ein, durch den Rolling Start (30 Starter*innen aller 15 Sek.) war das Feld gut entzerrt und ich konnte anfangs frei schwimmen. Nach besagtem Schema 1,2,3… 100 (siehe Bericht Kraichgau) kraulte ich vor mich hin, bis plötzlich meine Brille komplett beschlug und ich in Verbindung mit meiner Kurzsichtigkeit nicht mal mehr die großen Bojen erkennen konnte. F**k! Was sollte ich tun? Ich war zwar mitten im Teich, aber ich stellte mich einfach hin, wischte die Brille aus und weiter ging es. Das ermöglicht nämlich der flache Teich in Moritzburg. 😊

Neben der Besonderheit des Schwimmens in einem Teich mit all seinen Facetten wie Unkraut etc. gibt es in Moritzburg auf den längeren Distanzen auch kleine Brücken, die durchschwommen werden mussten. Diese sind so eng, dass wir zu dritt nebeneinander ins Hundepaddeln übergehen mussten. Das habe ich jedoch auch überstanden und in einer Mischung aus (wenig) Brust und Kraul wurde weitergeschwommen. Bis zur zweiten Brücke (etwa 300m vor dem Ziel) lief es ganz ordentlich. Dann dachten sich jedoch einige Schlaumeier, doch den ganzen Rest waten zu können. Wenn man das möchte, könnte man das machen. Für mich persönlich ist dies jedoch der falsche Sportgeist. Zumal es durch das wirklich extreme Aufwühlen des Schlamms auf dem Boden dafür gesorgt hat, dass man mit jedem Mal „Wasserschlucken“ eine Schlammbrühe in Mund hatte, die einfach nur ekelig war. Das hätte man verhindern können, indem man einfach weitergekrault wäre. Ich hielt jedoch meine Klappe, soll halt jeder machen, wie er denkt. Gerne könnte hier eine Regelung gefunden werden, dass man sich beim Schwimmen erst ab einer gekennzeichneten Boje o.ä. gehend statt schwimmend bewegen darf.

Nach etwas mehr als 32 Minuten (Laut Garmin) war das Schwimmen dann beendet. Also eine ähnliche Zeit wie im Kraichgau, nur halt ohne Neo. Der war nämlich verboten. Ich bin also auf einem guten Weg in den letzten Wochen.

In der Wechselzone lief dann alles ruhig und beinahe reibungslos. Der Helm wollte nicht richtig zugehen, das hat dann aber doch geklappt. Also ab aufs Rad und drücken, drücken, drücken. 2 Runden a 20 Kilometer auf dem welligen und dadurch sehr schönen Kurs mit 241 Höhenmetern gingen fix vorbei und nach sehr zufriedenstellenden 1:07:51 konnte ich den Radcomputer erneut bedienen und kann auch dort von einem guten Trainingsplan und endlich mal kontinuierlichen, weil verletzungsfreiem Training zehren. Erkenntnis hier: Der Garmin Radcomputer hat eine Notruf-Funktion. Diese aktiviert sich selbständig und informiert frei gewählte Notrufkontakte, wenn es zu sturzähnlichen Erschütterungen kommt. (in diesem Fall durch den etwas holprigen Weg in die Wechselzone und dem anschließenden Abstellen des Rads). Dies sollte ich dann doch für ein Rennen deaktivieren, um nicht noch den Computer gefühlt ewig lang bedienen zu müssen, um den Notruf zu beenden.

Das Laufen konnte ich aufgrund der absichtlich überzogenen Wattwerte und Herzfrequenz auf dem Rad nicht so gestalten wie es normalerweise der Fall ist. Dies war jedoch von mir so angedacht bzw. erwartet worden. Der Kurs in Moritzburg ist durch seinen Part durch den Wald und den damit verbundenen Steigungen auch etwas anspruchsvoller. Die unerwartete Hitze tat ihr übriges, sodass ich nach etwas über 50 Minuten in den Zielkanal kam und mit Leo noch ein alkoholfreies Bier genießen durfte.DannyMB2022 4

Der Schlosstriathlon in Moritzburg ist trotz des Schwimmens im Teich eine absolute Empfehlung wert. Mit viel Herzblut organisiert und wirklich groß aufgezogen, muss man sich hinter Veranstaltungen großer Marken nicht verstecken. Sowohl für die Sportler als auch Begleiter wird eine Menge geboten. Die gesamte Organisation, das faire Startgeld, die vielen, vielen netten Helfer und die tollen Strecken machen den Schlosstriathlon Moritzburg jährlich zu einer Pflichtveranstaltung.

Danny Tri-REWEkind