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am 7. Januar 2022 passierte etwas, mit dem niemand in unserem Verein gerechnet hätte. Auch nicht unsere Jule. Trotzdem schrieb sie folgendes im Vereinschat: „Ich hab mich todesmutig angemeldet beim Fischerman in Ketzin! Gibts nur als Volks-Tri! 😅😇 wer auch noch Lust hat auf einen Ausflug in den Norden Brandenburgs: er findet am 26.6. statt. www.Ketzin-Fischerman.de
Volks-Tri, also Sprint bedeutet 1,5h Sport und dafür bis nach Potsdam? Geht gar nicht. Da müssen wir nämlich bleiben, also:
Alle hin da. V-E-R-E-I-N-S-A-U-S-F-L-U-G.

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Also ein paar Plätze auf dem nahen Campingplatz gemietet und schnell die Startplätze gesichert. Am letzten Juniwochenende war es dann so weit und die Reise wurde zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Fortbewegungsmittel angetreten. Ich staunte nämlich nicht schlecht als ich vernahm, dass ich für den Vortag des Rennens eine 5 stündige Radfahrt im Plan stehen hatte.

Aber! 1. Gibt es in naher Zukunft große Pläne (Bericht folgt in Kürze) und
2. Plan ist Plan. 😊

Zum Glück gibt es begeisterungsfähige Menschen in unserem Verein und so packte ich mit Ole am Freitag das Auto zusammen und wir trafen uns am Samstagvormittag in Lübbenau am Bahnhof (Ich war vorher in Vetschau arbeiten), setzten uns dort auf unsere Hobel und radelten die 130km entspannt nach Ketzin. Selbstverständlich gab es unterwegs einen Boxenstopp mit Kaffee und Kuchen. In Zossen hat vor kurzem ein neuer Laden aufgemacht. Eismädchen. Selbstgemachter Kuchen, regionales Eis und leckerer Kaffee. Das wir beiden skinny Boys gleich 4 Kuchenstückchen aßen, hat die Bedienung scheinbar etwas gewundert, aber so sind wir nun mal. Und wenn es schmeckt und wir so nett empfangen werden - wieso nicht 😊.

Nach 5:30h kamen wir dann ans Ziel. Die anderen Camper waren schon vor Ort und da meine Frau Jane das Auto nach ihrer eigenen Schicht abgeholt und es nach Ketzin gefahren hat, waren auch schon die Zelte aufgebaut und wir konnten uns der Regeneration hingeben. (In diesem Fall Blöd quatschen und isotonische Getränke trinken.) Nach einer kurzen Abkühlung in der Havel machten sich dann alle startklar zum Auffüllen der Kohlenhydrate, sprich ab zum Italiener: Pizza, Pasta, Weizenbier. All das schöne schmeckte mir - und den anderen auch. Nach und nach trafen dann noch mehr von uns ein und irgendwann war die Truppe dann vollzählig.

Zur Freude der Langschläfer wurde dann noch der Plan des Präsidenten verkündigt, den Wecker auf 6:30Uhr zu stellen, um sich die strategisch günstigsten Plätze in der Wechselzone zu sichern. Selbstverständlich widerspricht man dem Präsidenten nicht und so standen wir kurz vor Sieben stramm mit Helm und Rad vor dem Zelt. 😊

Der frühe Vogel hatte dann auch noch genug Zeit für ein ordentliches Frühstück und mit steigender Aufregung ging es zum Start. Aufgrund vorher angegeben Schwimmzielzeiten waren wir in allen 3 Startgruppen vertreten und gingen so mit jeweils 2,5 Minuten Abstand ins Wasser. Ich persönlich fand trotz ein paar kleinen Scharmützeln gut ins Schwimmen hinein und wechselte nur kurz zur Orientierung der besseren Schwimmlinie und an den Bojen ins Brustschwimmen. Da die Strecke nur 600m betrug, war das Ganze auch ruck zuck vorbei. Nach ca. 12 Minuten spurtete ich dann in die Wechselzone. Radcomputer anstellen, Sand von den Füssen abspülen, Radschuhe an, Startnummer um, Helm auf, Helm zu, Helm zuuuuuuuuhuuuu… Verdammte Hacke, warum geht denn das Ding nicht zu?! Einfach zu blöd angestellt bzw. den Helm schlecht vorbereitet.

Irgendwann hat es dann geklappt und ich konnte mit Kai gleichzeitig auf die Radstrecke wechseln. Ivo hatte ich auch noch kurz abfahren sehen. Ganz cool so einige Vereinskameraden um einen herum zu haben. Aber was ist denn bitte mit Kai los!? Haut der da in die Pedale rein, dass ich mich ganz schön umgucken musste. Ich konnte jedoch dranbleiben (selbstverständlich ohne Windschattenfahren) und nach kurzer Zeit überholte ich ihn. Die Strecke war flach und schnell, zum Anfang hatten wir unterstützenden Rückenwind. Dieser drehte sich dann aber auf der Rücktour pünktlich ab dem Stück der Strecke, wo es wellig wurde. Genau wie das Schwimmen verflog auch die Zeit beim Radfahren. Nach irgendwas mit 32 Minuten für 20,5Km stellte ich mein Rad wieder ab. Der Wechsel ins Laufen klappte fast ganz gut. 😊 Lediglich die Boa-Verschlüsse musste ich nochmal fester drehen und mir fiel ein, dass ich meine im kalten Wasser zurechtgelegten Schwämme mal eben vergessen hatte. Super Sache, ich Genie. Später erzählte mir Justin, dass er diese gesehen hatte und sich die Schwämme erquickt vor Freude über seinen gestählten Körper ausdrückte. 😊

Ich kam ganz gut in das Laufen herein. Da ich nicht immer ein Blitzmerker bin (vielleicht auch durch die hohen Pulswerte 😊), regte ich mich innerlich nach kurzer Zeit über einen Gartenbesitzer auf, der seinen Rasensprenger natürlich genau jetzt laufen lassen musste. Dass er das für uns getan hat, war mir dann aber auch klar und das schöne war, dass sich das ganze über die gesamte Strecke fortsetzte. Wie auch beim Radfahren waren überall Anwohner, die uns mit Applaus und Anfeuerungsrufen unterstützen oder eben mit erfrischenden Wasserstrahlen. Ein etwas betagterer Herr schleppte sogar einen großen Wassereimer ran, damit sich die Sportler kurz erfrischen konnten. Mega! So viel Verständnis oder besser gesagt Unterstützung erfahren wir als Sportler leider nicht überall. Aber ich denke, das weiß jeder, der schon einmal mit dem Rennrad auf der Straße gefahren ist.

Irgendwann hatte ich alle vor mir in Sichtweise laufenden Sportler*innen überholt und sah niemanden mehr vor mir. Bevor sich das falsch liest. Die schnellen Hasen waren längst auf und davon. 😊

Die Laufstrecke führte durch die Stadt, sodass sie zwar wirklich schön zu laufen jedoch auch recht verwinkelt war. Dies ist mein einziger Kritikpunkt. Zwar gab es überall Streckenposten an den Abzweigen, jedoch hätte ich mir einen angezeigten Richtungswechsel ohne ständiges Nachfragen gewünscht. So liefen sich die Kilometer Ecke um Ecke, Richtungswechsel um Richtungswechsel weg. Und plötzlich: Was war das?! Blauer Anzug, weiße Kappe, weiße Sleeves: der Präsi. 😊

Nicht im Bewusstsein darüber, dass mich nun eine drakonische Strafe seitens des Vereins erwartet, überholte ich ihn im jugendlichen Leichtsinn. Den Präsi überholt - im Rennen -dumm. Shit happens. 😊

Kurze Zeit später erreichte ich auch das Ziel und nach ein paar (vielen) tiefen Atemzügen und ordentlich viel Wasser konnte ich zum Zielareal zurückkehren, mich bei meiner Frau für die immerwährende Unterstützung bedanken und die verbliebenen Vereinskollegen beim Schlussspurt anfeuern. Im Nu waren alle von uns im Ziel und wir erwarteten mit Spannung die Verkündung der Platzierungen. Rakete Leo auf Gesamtplatz Zwei und Maria (nach ihrem fulminanten Sieg in Cottbus, Bericht weiter unten) mit dem Sieg in der AK präsentierten den Verein am erfolgreichsten.ketzin2022 rn 005

Als liebender Ehemann kehrte ich auf der Platznummer 23, der Lieblingszahl meiner Frau, ein. Bei mehr als 200 Startern und dem Verlauf des Rennens bin ich mehr als zufrieden und dies spiegelte sich auch in meiner Laune wieder. Es folgten ein paar Stunden chillen am Strand. Zu Feier des Tages zog es uns noch in ein schickes Restaurant mit Havelblick. Eine tolle Auswahl an leckeren Speisen, freundliche Bedienungen und das Erzählen der einen oder anderen Anekdote aus vergangenen Stunden und Tagen rundeten diesen wunderbaren Tag ab. Für manche ein kugelrunder Bauch, für andere ein letzter Sprung ins Wasser (schon mal Badehosen im Restaurant gesehen 😊) lassen uns ein absolut positives Fazit ziehen. Und was mit einer Frage nach der Lust auf eine Sprintdistanz in der Nähe von Potsdam begann, endete in einem Wochenende, von dem wir bestimmt noch lange erzählen, weil es einfach ein rundherum tolles Wochenende mit feinen Vereinskolleg*innen war. 😊

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Noch kurz zum Schluss. Der Triathlon wird in Zusammenarbeit eines Sportstudios mit der Stadt Ketzin ausgetragen. Dies merkt man absolut. Toll organisiert (von vorne bis hinten) und absolut fair im Preis. Unterstützt von einem privat geführten Campingplatz direkt neben dem Veranstaltungsgelände, der uns nicht nur beherbergte, sondern dessen Besitzer sich auch für das gesamte Drumherum interessierte. Unterstützt bitte mit eurer Teilnahme auch diese regionalen Veranstaltungen. Diese werden mit viel Herzblut veranstaltet und es wäre eine wahre Tragödie, wenn es sie in Zukunft in geringerer Zahl geben würde. Am besten fangt Ihr gleich an und meldet euch bei unserem F60-Triathlon im September vor fantastischer Kulisse an. 😊

www.f60triathlon.de

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Danny Tri REWEkind

 

Nach einer Coronapause konnte in diesem Jahr endlich wieder der berühmte CottbuserOstSEE Triathlon stattfinden. Die perfekte Gelegenheit für mich, ebenfalls nach 2 Jahren Pause, wieder durchzustarten und mit der Sprintdistanz wieder in das Gefühl des Wettkampfes einzutauchen. Bei bestem Wetter angereist, traf ich auch gleich auf meine Vereinskollegin Katrin, die ebenfalls die Sprintdistanz vor sich hatte.Maria und Katrin

Nach dem Einrichten der Wechselzone von Radauf Lauf ging es zur 1.Wechselzone Schwimmen/Rad, in Cottbus wurden extra 2 Wechselzonen eingerichtet. Schon ein wenig aufgeregt ging es dann für uns zum Start am Kiessee. Beide etwa im Mittelfeld eingereiht, fiel der Startschuss und es ging los, 2 Runden durch den angenehm warmen Kiessee, abwechselnd mal Kraul-, mal Brustschwimmen.

Nach knapp unter 16min ging es für mich in die erste Wechselzone. Helm auf, Schuhe an, Startnummer nicht vergessen! Auf geht's zum Radfahren. Außer kleineren Windböen verlief das Radeln bei Sonnenschein ohne Probleme und ich konnte nach 39min in die 2. Wechselzone einfahren. Helm ab, Laufschuhe an und ab geht's. Die ersten Minuten dachte ich nur daran, wie ich die (nur) 5km überstehen sollte und warum ich das alles mache. Aber zum Ende hin sollte sich meine Ausdauer dann doch gelohnt haben. Maria2Nach 5km im Ziel dann das überraschende Ergebnis: erster Platz in der Frauenwertung! Wow, wie habe ich das nur geschafft?? Ich frage es mich noch immer… Ohne übermäßigem Training und vor allem ohne große Erwartungen erfüllt mich diese Leistung mit Stolz und Freude! Vorfreude auf den nächsten Triathlon!

Auch Katrin meisterte ihren ersten Triathlon sehr gut und, so wichtig, immer mit einem Lächeln im Gesicht! Danke Katrin, für diesen herrlichen Tag mit dir! Ein großer Dank geht auch an die Organisatoren und die vielen Helfer, die einen immer so freundlich anfeuerten, da macht der Wettkampf gleich doppelt so viel Spaß! Denn genau das muss ein Wettkampf sein, er muss vor allem Spaß machen!

Eure Maria

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Nach 2 Jahren Pause konnte in diesem Jahr endlich wieder der legendäre Schlosstriathlon vor fantastischer Kulisse in Moritzburg stattfinden. In den vergangenen Jahren nutzte ich die Sprintdistanz als Saisonauftakt, in diesem Jahr sollte ich erstmals auf der Olympischen Distanz starten.DannyMB2022 1

Bereits am Samstag nutzte ich einen Abstecher nach Moritzburg, um die Unterlagen abzuholen. Da der Start bereits um 9 Uhr war, wollte ich dem langen Anstehen und Bekleben des Rads /Helms am frühen morgen entgehen. So konnte ich alles in Ruhe zu Hause vorbereiten.

So kam ich also bestens vorbereitet eine Stunde vor dem Start am Gelände an und konnte gleich in der Wechselzone einchecken. Durch die freie Platzwahl platzierte ich mich neben meinem Vereinskollegen Leo, sodass wir noch ein wenig plauschen konnten.

DannyMB2022 3       DannyMB2022 2

Nachdem alles hergerichtet war, ging es gleich zum Schwimmstart. Ich reihte mich sehr weit hinten im Feld ein, durch den Rolling Start (30 Starter*innen aller 15 Sek.) war das Feld gut entzerrt und ich konnte anfangs frei schwimmen. Nach besagtem Schema 1,2,3… 100 (siehe Bericht Kraichgau) kraulte ich vor mich hin, bis plötzlich meine Brille komplett beschlug und ich in Verbindung mit meiner Kurzsichtigkeit nicht mal mehr die großen Bojen erkennen konnte. F**k! Was sollte ich tun? Ich war zwar mitten im Teich, aber ich stellte mich einfach hin, wischte die Brille aus und weiter ging es. Das ermöglicht nämlich der flache Teich in Moritzburg. 😊

Neben der Besonderheit des Schwimmens in einem Teich mit all seinen Facetten wie Unkraut etc. gibt es in Moritzburg auf den längeren Distanzen auch kleine Brücken, die durchschwommen werden mussten. Diese sind so eng, dass wir zu dritt nebeneinander ins Hundepaddeln übergehen mussten. Das habe ich jedoch auch überstanden und in einer Mischung aus (wenig) Brust und Kraul wurde weitergeschwommen. Bis zur zweiten Brücke (etwa 300m vor dem Ziel) lief es ganz ordentlich. Dann dachten sich jedoch einige Schlaumeier, doch den ganzen Rest waten zu können. Wenn man das möchte, könnte man das machen. Für mich persönlich ist dies jedoch der falsche Sportgeist. Zumal es durch das wirklich extreme Aufwühlen des Schlamms auf dem Boden dafür gesorgt hat, dass man mit jedem Mal „Wasserschlucken“ eine Schlammbrühe in Mund hatte, die einfach nur ekelig war. Das hätte man verhindern können, indem man einfach weitergekrault wäre. Ich hielt jedoch meine Klappe, soll halt jeder machen, wie er denkt. Gerne könnte hier eine Regelung gefunden werden, dass man sich beim Schwimmen erst ab einer gekennzeichneten Boje o.ä. gehend statt schwimmend bewegen darf.

Nach etwas mehr als 32 Minuten (Laut Garmin) war das Schwimmen dann beendet. Also eine ähnliche Zeit wie im Kraichgau, nur halt ohne Neo. Der war nämlich verboten. Ich bin also auf einem guten Weg in den letzten Wochen.

In der Wechselzone lief dann alles ruhig und beinahe reibungslos. Der Helm wollte nicht richtig zugehen, das hat dann aber doch geklappt. Also ab aufs Rad und drücken, drücken, drücken. 2 Runden a 20 Kilometer auf dem welligen und dadurch sehr schönen Kurs mit 241 Höhenmetern gingen fix vorbei und nach sehr zufriedenstellenden 1:07:51 konnte ich den Radcomputer erneut bedienen und kann auch dort von einem guten Trainingsplan und endlich mal kontinuierlichen, weil verletzungsfreiem Training zehren. Erkenntnis hier: Der Garmin Radcomputer hat eine Notruf-Funktion. Diese aktiviert sich selbständig und informiert frei gewählte Notrufkontakte, wenn es zu sturzähnlichen Erschütterungen kommt. (in diesem Fall durch den etwas holprigen Weg in die Wechselzone und dem anschließenden Abstellen des Rads). Dies sollte ich dann doch für ein Rennen deaktivieren, um nicht noch den Computer gefühlt ewig lang bedienen zu müssen, um den Notruf zu beenden.

Das Laufen konnte ich aufgrund der absichtlich überzogenen Wattwerte und Herzfrequenz auf dem Rad nicht so gestalten wie es normalerweise der Fall ist. Dies war jedoch von mir so angedacht bzw. erwartet worden. Der Kurs in Moritzburg ist durch seinen Part durch den Wald und den damit verbundenen Steigungen auch etwas anspruchsvoller. Die unerwartete Hitze tat ihr übriges, sodass ich nach etwas über 50 Minuten in den Zielkanal kam und mit Leo noch ein alkoholfreies Bier genießen durfte.DannyMB2022 4

Der Schlosstriathlon in Moritzburg ist trotz des Schwimmens im Teich eine absolute Empfehlung wert. Mit viel Herzblut organisiert und wirklich groß aufgezogen, muss man sich hinter Veranstaltungen großer Marken nicht verstecken. Sowohl für die Sportler als auch Begleiter wird eine Menge geboten. Die gesamte Organisation, das faire Startgeld, die vielen, vielen netten Helfer und die tollen Strecken machen den Schlosstriathlon Moritzburg jährlich zu einer Pflichtveranstaltung.

Danny Tri-REWEkind

In diesem Jahr wollte ich meinen Saisonstart etwas nach vorne verlegen und suchte einen gut erreichbaren Triathlon, der vor dem Moritzburger Triathlon angesetzt war. Da der Ausrichter Ironman inzwischen neben der Lang- und Halbdistanz auch die Olympische Distanz (dort 5150 genannt) beim renommierten Kraichgau-Triathlon anbietet, fiel meine Wahl auf dieses Rennen Ende Mai, also 14 Tage vor dem Quasi-Heimspiel im Moritzburg.

Die Registrierung bei Rennen von Ironman muss immer relativ zeitnah des Anmeldestarts erfolgen, da neben dem Prinzip „zeitigere Buchung bietet günstigere Preise“ auch die Startplätze schnell vergriffen sind. Da noch nicht klar war, wie meine Frau als Begleitung arbeiten musste und ob wir ggf. erst am Samstag Nachmittag in 600 KM Entfernung losfahren können, buchte ich für mich bei der Bahn eine Zugverbindung für unter 40 Euro, inkl. Sitzplatzreservierung im ICE.

Nach einer unkomplizierten Anreise machte ich mich auf zum Hotel, wo anhand vieler sportlich aussehenden Menschen und etlichen Triathlon-Rädern für jeden ersichtlich war, dass wir endlich wieder in eine „normale“ Triathlon-Saison ohne Corona-Absagen und Unsicherheiten gehen werden.

Also kurz im Hotel eingecheckt und auf zum Veranstaltungsgelände. Dort angekommen war ich zuerst etwas erstaunt, dass die Expo (Aussteller von Triathlon- und Sportzeugs) so klein ausfiel. Hatte ich mir anders vorgestellt. War aber nicht so schlimm, so konnte die Kreditkarte immerhin in der Tasche bleiben. Meine Frau freut es sicherlich. Dabei habe ich in meinem „Sportzimmer“ noch viel Platz für Dinge, dich ich ihrer Meinung nach gar nicht brauche. 😊

MiDanny5150Kraichgau1ttels Startpass und Personalausweis registrierte ich mich als Starter und bekam sowohl meine Wechselbeutel als auch viele Infos der Abläufe, welche bei Ironman-Veranstaltungen doch wesentlich anders ablaufen. Während der Pastaparty wurden vom Veranstalter auf einer Bühne noch die Profis Daniela Bleymehl, Laura Philipp und Olympiastarter Justus Nieschlag begrüßt und interviewt. Alle 3 sollten am Sonntag auf der Halbdistanz starten und die vordersten Plätze belegen. Am Abend konnte ich dann auch meine Frau nach einer 8h Schicht und anschließenden 6,5h Fahrt inkl. meines Equipments begrüßen. Toll, dass sie das auf sich nimmt!

Wechselbeutel Ironman

Beim F60-Triathlon, so wie auch bei fast allen anderen Triathlons ist es so, dass man seinen Platz in der Wechselzone so vorbereitet, dass für die beiden Disziplinen Rad und Lauf alles benötigte am eigenen Wechselplatz in der Wechselzone bereitgelegt wird. Das heißt, dass neben dem Rad auch alles Equipment wie Radschuhe, Helm, Verpflegung liegt und auch alles für das abschließende Laufen (Schuhe, Mützen, etc.) dort platziert wird und man dort die benutzten Dinge vor der anschließenden Disziplin auch wieder ablegt.

Bei Veranstaltungen der Marke Ironman bekommt man im Vorfeld 3 große Beutel (blau, rot, weiß).

In dem blauen Beutel werden alle Dinge verbracht, die nach dem Schwimmen zum Radfahren benötigt werden. Startnummer, Helm, Schuhe, Radbrille, Verpflegung und was jeder für sich benötigt. Es darf nichts neben dem Rad liegen, dies würde zu einer Zeitstrafe oder Disqualifikation führen. So genau weiß ich das gerade nicht. 😊 Gleiches gilt für alles, was man zum Laufen benötigt. Dies wird im roten Beutel verbracht. Da sich das Schwimmen und somit die erste Wechselzone im Kraichgau viele Kilometer vom Zielort befinden, konnte man im weißen Beutel Wechselsachen, Duschzeug etc. verstauen. Dieser stand einem dann nach dem Zieleinlauf zur Verfügung, da er vom Schwimmen zum Ziel gefahren wurde. Den Beutel zum Radfahren musste man durch die Startnummer vorgegeben in der Wechselzone an einen bestimmten Haken hängen. Da diese in mehreren Reihen standen, galt es, sich seine Reihe gut einzuprägen.

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Der Abend vor dem Rennen war ein kleines Highlight unserer Reise. Erstmals konnten wir die Athleten der ersten Triathlon-Bundesliga live racen sehen. Was für unfassbare Leistungen dort auf der Sprintdistanz (750 m Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) erbracht werden, ist schier unglaublich und wird meiner Meinung nach in Deutschland viel zu wenig honoriert. Wer die Möglichkeit hat, eine solche Veranstaltung mal zu besuchen (zum Beispiel bei „Die Finals 2022 Berlin“ Ende Juni), sollte das unbedingt mal tun. Neben Olympia-Teilnehmerinnen wie Laura Lindemann und Annabell Knoll kann man dort u.a. das Frauenteam des „Dresdner Spitzen TriTeam“ mit unserer F60-Triathlon-Vielstarterin Sophie Schumann starten sehen. Toll, dass wir solche Sportler*innen bei uns begrüßen dürfen. 😊

Race-Day

In diesem Fall zum Glück war der Start erst ab 13:45 Uhr (*Rolling Start*) angesetzt. Früh wäre es mit Temperaturen im unteren zweistelligen Bereich und tiefhängenden Wolken nicht mein bevorzugtes Rennwetter gewesen, zumal die Seen im Mai auch noch relativ kühl sind. So konnten wir ohne gestellten Wecker aufstehen und gut frühstücken. Anschließend ging es langsam Richtung Hardtsee nach Ubstadt-Weiher. Zwar werden im Vorfeld viele Sachen vorbereitet (Pulver in Radflaschen, Aufkleber an Rad, Helm etc., aber dennoch gilt es am Renntag im Vorfeld noch Dinge zu erledigen, wie final Luft in die Reifen pumpen, Radcheck vom Kampfrichter (Bremsen, Startnummernbefestigung, Sitz des Helmes etc.) und natürlich Abgabe der Starterbeutel und das Platzieren des Fahrrads am vorgegebenen Platz. Danach wurde sich in den Neoprenanzug gezwängt, ein paar schwimmspezifische Übungen zur Erwärmung gemacht und dann gab es einen Glücksschmatzer zur Verabschiedung. Den Hinweis meiner Frau, dass das Einschwimmen bereits stattgefunden hat, habe ich schön überhört und meine Schwimmbrille mit einem Anti-Beschlagspray eingesprüht, da ich in letzter Zeit immer wieder mal Probleme mit dem Beschlagen der Brille hatte. Blöd ist dann nur, wenn der Zugang zum Wasser komplett abgesperrt ist und das benötigte Ausspülen der Brille unmöglich ist.

Glücklicherweise befand sich gleich nebenan ein Matschspielplatz und eine kleine Dame war gerade an der Wasserpumpe zugange, sodass sie mir freundlicherweise Wasser zum Ausspülen pumpte. 😊

Zurück im Startbereich merkte ich, dass ich meine Ohrenstöpsel nicht in den Ohren hatte. Ich mag es nicht, Wasser in den Ohren zu haben, schon gar nicht, wenn es kalt ist. Die Stöpsel hatte ich sogar dabei. In meinem Rennanzug unter dem Neo. Mensch Tri-REWEkind. Geht gut los. 😊 Also den Neo inkl. Arme bis zur Hüfte ausgezogen und die Stöpsel rausgeholt. (Wer schon mal einen Neo angezogen hat, weiß Bescheid). Ist ja nicht so, dass der Rolling Start bereits erfolgt ist und einige Starter schon im Wasser waren. Bei uns ist es ganz normal, dass einer dem anderen hilft und so war der Neo schnell wieder ordnungsgemäß verschlossen.

Rolling Start

Noch einmal eine Erklärung zum Rolling Start. Früher war es so, dass alle zusammen ins Wasser gingen und nach dem Startschuss gleichzeitig wie verrückt losgeschwommen sind. Dies wurde im Sportlerspeech „Waschmaschine“ genannt. Von außen toll anzusehen, fühlte man sich mittendrin wie genau in einer Waschmaschine. Unbeabsichtigte!!! Schläge, Tritte und auch mal eine verlorene Schwimmbrille waren an der Tagesordnung. Dies wird in den meisten Fällen jetzt durch den sogenannten Rolling Start ersetzt. Hierbei gehen alle 5 Sekunden 3 Starter ins Wasser, was das ganze entzerrt und allen einen guten Start in den Wettkampf ermöglicht. Anfangs etwas argwöhnisch beäugt, sind die meisten Altersklasseathleten jetzt sicher froh, dass dieser erste Stress genommen wird.

Auch für mich ging es jetzt ins Wasser. Für mich noch immer die unsicherste Disziplin. Vor allem in den letzten Monaten gab es hier eine Entwicklung bei mir und ich bin auf einem guten Weg. Ich konzentrierte mich also auf die sauberen Armzüge und den Beinschlag, zählte die Armzüge (warum auch immer zähle ich immer bis 100, schweife mit den Gedanken ab, verzähle mich und muss wieder von vorn anfangen. Warum? Weiß ich nicht. 😊 Ist halt so. Und zack war das Schwimmen ruck zuck vorbei. 😊 Es fühlte sich gut an. Und das war das wichtigste. Beim Schwimmausstieg sah ich noch kurz meine Frau und ab in die Wechselzone. Dieses Feeling. Die klatschenden Zuschauer. Ich liebe es. Rauf in die Wechselzone, den Beutel mit den Radsachen geschnappt und ab in das Wechselzelt. Den Beutel ausgekippt, Neo aus, Helm auf, Schuhe an, Startnummer umgemacht, Schwimmsachen in den Beutel, den Beutel den Volunteers zugeworfen und ab zum Rad. So wie man es bei den Profis bei Ironman-Rennen im TV immer sieht. Ein tolles Gefühl. Ab zum Rad und auf geht’s.

10 Kilometer mit Rückenwind auf gerade Strecke. Schnell. Na das läuft doch. 😊 Wer jedoch den Kraichgau kennt, der weiß, dass es in der Streckenbeschreibung von den 3 möglichen Kategorien Flat, Rolling, Hilly in letztere fällt. Und genau das erwartete mich dann auch. Zuerst ein etwas kleinerer Anstieg, dann ging es durch verschiedene Orte und deren Berge (ob Berg oder Hügel ist sicherlich Auslegungssache) über die gesamten 40 Kilometer hoch und glücklicherweise auch wieder runter. Bis zu 60 Km/h und die Ungewissheit, was einen hinter der nächsten Kurve erwarten würde, ließen mich auch von der liegenden Position auf dem Rad in die normale Position wechseln, die Hände immer gut an der Bremse. Ich habe mir dort hin und wieder eine Scheibenbremse gewünscht und werde mich dieser nicht verwehren, sollte ich mir irgendwann noch einmal ein neues Fahrrad zulegen. 😊

Erinnern kann ich mich an bis zu 11% Steigung, was für mich als Flachländer doch zu recht hohen Herzfrequenzen bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten im sehr tiefen zweistelligen Bereichen führte. 😊 Hinterher ist aber alles immer nicht so schlimm gewesen. Dennoch war ich froh, als uns einer der wirklich vielen vielen Zuschauern/Anwohnern an der Radstrecke zurief, dass wir es hinter der nächsten Kurve geschafft hatten. Wie wichtig, die Zuschauer (auch Du) bei allen Sportarten sind, wird jedem klar sein, der schon einmal an einem Event teilgenommen hat und weiß, dass auch wir in den hinteren Reihen beklatscht und angefeuert werden. Toll! Wieder etwas Profi-feeling: Das Rad wurde einfach einem Helfer in die Hand gegeben und dieser verwahrte das Rad an seinem angestammten Platz. Kein Geschiebe durch die ganze Wechselzone. Cool. 😊

Mein Problem allerdings war, dass ich diese Wechselzone vorher (zumindest im Detail) noch nicht gesehen hatte und mir die Orientierung etwas schwerfiel. So irrte ich etwas herum bis ich meinem Beutel gefunden hatte. Macht aber nichts. Alles in allem klappte auch hier alles recht gut. Also das gleiche Spiel wie in Wechselzone 1, nur mit anderem Equipmentwechsel. Laufschuhe, Kappe und Brille aus dem Beutel, Radschuhe und Helm hinein. Da ich merkte, dass die Blase etwas drückte, entschied ich mich noch schnell für einen Besuch auf dem Dixi. Sicherlich wären die letzten 50 Minuten auch noch ohne möglich gewesen. Ich konzentriere mich jedoch gerne auf die Ausführung der Disziplin und weiß, dass mich eine volle Blase nur nerven würde. 😊 Die 30 Sek. hatte ich auch noch Zeit.

Also ab auf die Laufstrecke. Bereits nach kurzer Zeit piepte meine Uhr das erste Mal. Dort standen dann 2:50 min. für einen Kilometer. Normalerweise habe ich meine Uhr so eingestellt, dass sie nach jedem Kilometer die vergangene Zeit anzeigt. Dies konnte nach 1 Kilometer also nicht richtig gewesen sein. Hm, habe ich mal wieder die Uhr nach einem Training (dort variiere ich manchmal mit den Einstellungen) nicht richtig umgestellt? Verdammt! Eigentlich nur eine dumme Kopfsache. Läuft man halt ohne. Die aktuelle Pace wäre ja trotzdem angezeigt worden. Aber mich macht das wahnsinnig. Naja. Konnte ich gerade nicht ändern. Nach kurzer Zeit überholte mich eine Staffelläuferin in einem annehmbaren Tempo, sodass ich erstmal einen Fixpunkt für das weitere Laufen hatte. Runde eins von zwei nutzte ich, um mich mit den Gegebenheiten (Anstiege, Abstiege, Verpflegungsstationen etc.) vertraut zu machen.

Auf der zweiten sprach ich dann die Läuferin an, welche Kilometerzahl sie auf der Uhr hatte. Da ihre Angabe nur wenig von meiner abwich, wusste ich also wo ich mich befinde und so konnte ich mein doch etwas moderates Tempo (festgemacht an meiner Verfassung) anziehen. Gesagt sei noch, dass die Kilometerangaben auf den aufgestellten Schildern für uns leider nicht zutrafen, die waren von den Halbdistanzlern, welche dieselbe Strecke in ausgeweiteter Form absolvierten. Somit konnten mir die Schilder nicht als Anhaltspunkt dienen. So lief ich also die zweite Runde in gesteigertem Tempo, verpflegte mich gut, grinste meiner Frau in die Kamera und schneller als gedacht war mein Saisonstart zu ende.

EDanny5150Kraichgau3in gutes Schwimmen, ein erlebnisreiches Radfahren und ein solider, doch verhältnismäßig schneller Lauf sorgten für ein gut gelauntes Tri-REWEkind bei der anschließenden Siegerehrung der Profis und Agegrouper.

Nun haben wir Pfingstmontag. Wir haben das unfassbar tolle Event Sub7/Sub8 auf dem Lausitzring, bei dem wir als Triathlon Team Senftenberg einen nicht geringen Anteil als Planer, Helfer, Unterstützer hatten) hinter uns und das bedeutet nicht weniger, dass am kommenden Wochenende endlich nach 2 Jahren Pause der fantastische Moritzburger Triathlon stattfindet. Ich werde am Sonntag erneut auf der Olympischen Distanz starten.

Und wenn Dich mein Bericht vom Saisonstart ein wenig begeistert hat, freue ich mich im Namen unseres Vereins, wenn Du uns bei unserem eigenen Triathlon, dem 4. F60-Triathlon, als Sportler oder Zuschauer, am 04. September besuchst.

Danny Tri-REWEkind

LeLeonard Rohde FiWa 2022onard Rohde vom Triathlon Team Senftenberg startet am Sa, 7.Mai als einziger Brandenburger bei der Ironman Weltmeisterschaft in St. George im US Bundesstaat Utah. Über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen misst er sich mit den besten Triathleten der Welt. Wegen der gesamten Coronaproblematik wurde die ursprüngliche Weltmeisterschaft, der Ironman Hawaii,vom Oktober 2021 auf diesen Termin und nach Utah verschoben. Der ambitionierte Hobbysportler aus Ruhland qualifizierte sich im Herbst letzten Jahres beim IRONMAN Portugal in Cascais. Solche Herausforderung neben dem Beruf zu meistern ist nicht einfach. Nur mit Unterstützung seines Arbeitgebers, der Von Ardenne GmbH aus Dresden wurde dieser Traum überhaupt möglich. Manchmal bis zu 350 km Radtraining pro Woche und insgesamt 20 wöchentlichen Trainingsstunden in den drei Ausdauerdisziplinen erfordern viel Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und auch flexible Arbeitszeiten. Gilt es doch im europäischen Winter die Möglichkeiten des Freilufttrainings optimal auszuschöpfen. Zudem ist auch die Reise nach Utah finanziell nicht unerheblich. Das umfangreiche Equipment eines Triathleten inklusive speziellem Radkoffer für die Zeitfahrmaschine müssen im Flugzeug mitgenommen werden. Zudem ist Rohde bereits am 29. April angereist, um sich an die Bedingungen vor Ort zu gewöhnen. Ein echter Testwettkampf war im Vorfeld leider nicht möglich, da die Triathlonsaison in Mitteleuropa erst im Juni startet. Mit einem Sieg kürzlich beim Finsterwalder 10 km Lauf konnte er zumindest seine gute Laufform prüfen. Die Taktik für Utah ist jedoch klar: beim Schwimmen nicht zuviel einbüßen, als solider Radfahrer auf den 180km Boden gut machen und als guter Läufer im abschließenden Marathon vielleicht noch weiter nach vorn kommen. In Portugal war der Plan so noch nicht ganz aufgegangen, aber für die WM in Utah kann er aus diesen Erfahrungen zehren.

Foto: I.Köster

Olaf Schmidt
Triathlon Team Senftenberg e.V.
Pressewart

   

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