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Je nach Sichtweise durfte ich Ole zum Xtreme-Coast-Race als Edelhelfer begleiten bzw. Ole durfte einen erfahrenen Helfer requirieren. Für mich ging die Zinnowitzreise schon abends am Himmelfahrtstag Richtung Meuro los, da wir eigentlich in der Nacht fahren wollten. Ole war aber recht müde und so starteten wir erst am Freitag früh um 5 Uhr. Mario Johannsohn hatte uns freundlicherweise seinen Firmentransporter zur Verfügung gestellt, den wir in Zinnowitz zugleich als Fahrradgarage und Schlafstätte nutzten.
 
Die Hinfahrt verlief problemlos und auf dem neben der Wettkampfstätte gelegenen schönen Zeltplatz bekamen wir einen schattigen Stellplatz neben dem Funktionsgebäude. Am Abend ging es zur Auslosung der Teams auf der Freilichtbühne neben der Seebrücke. Dazu bedarf es einiger Erklärungen. Der Wettkampf ist auf 10 Mannschaften mit je 4 Sportlern begrenzt. Diese 40 Teilnehmer sind vom Veranstalter handverlesen eingeladene Spitzensportler ihrer Sportart. Die Sportarten sind Kajak-, Kanadier-, Fahrradfahren und Laufen. Das mit Stechpaddel gefahrene Kajakboot hat zusätzlich einen seitlichen Ausleger, damit es auf dem Meer nicht so leicht kippt. Ich lernte gleich, dass man dazu heute Outtrigger sagt, zum Kajak Surfski und zum Fahrradfahrer Biker. Nur der profane Läufer hat noch seine alte Bezeichnung. Die Mannschaften stehen nicht vorher fest, sondern werden ausgelost, was für alle Teilnehmer ganz spannend war. Da dabei jeder einzelne Sportler vorgestellt wurde, bekam wohl nicht nur ich, sondern auch Ole rechten Respekt, denn es waren auch WM-Teilnehmer bzw. mit Thoralf Berg ein Weltmeister dabei. Ole hatte mit Läufer Thoralf in seiner Mannschaft Glück. Seine beiden Wassersportler waren weniger bekannt, so sein Surfskifahrer aus der Tschechei.
 
Am Samstag ging es früh zum Strand, wo eine Wechselzone direkt am Wasser aufgebaut war
 


 
und auch ganz pünktlich der Start erfolgte.
 
Zuerst waren die 10 Surfskifahrer mit einem kurzen Sprint an der Reihe, damit sich das Feld ein wenig sortierte. Oles Mannschaft Nr.4 lag da auf dem sechsten Platz. Läufer Thoralf Berg lief auf den 20 Geländekilometern mit einer Superleistung auf Platz 2,
 
hatte aber fast 5 Minuten Rückstand auf den ersten Platz. Der Outtrigger hatte nach 5 Runden und etwa 16 Kilometern wieder Plätze verloren und lag auf Platz 6.
 
Nun war Ole dran. Da alle Wechsel direkt am Wasser erfolgten, musste Ole das Fahrrad hin und zurück etwa je 100 Meter durch den Dünensand tragen. Angefeuert wurde er dabei von unserer Tri-Team-Delegation bestehend aus Lisa, Martin, Ronny und mir. Die restlichen 32 Kilometer im Gelände mit Durchquerung einer abgesperrten Kuhweide verlangten alles ab. Ole brachte die Mannschaft auf Platz 4.
 
Nun musste der tschechische Surfskifahrer auf die lange Distanz von 16 Kilometer
 
und kam auf dem endgültigen 6. Platz ins Ziel.
 
Da dem völlig durchschwitzten Ole die Ostsee mit 14 Grad Wassertemperatur zu kalt war, badete natürlich ich als Edelhelfer für ihn. Dafür brauchte ich dann nicht auf die abendliche Abschlussparty nach der Siegerehrung.
 
Am folgenden Sonntag gab es noch eine kleine Strandparty mit Frühstück für die Starter und Helfer. Man konnte mit den Sportlern fachsimpeln, in den Surfskibooten testweise umkippen und so ein Bad nehmen oder ohne Boot ganz profan im Meer schwimmen. Mittags starteten wir zur Heimfahrt, die am Sonntag nach Himmelfahrt zu einem kleinen Abenteuer wurde. Schon das Verlassen der Insel dauerte im Stau anderthalb Stunden. Auf der A20 ging es zügig voran, doch am Kreuz Uckermark stand wieder alles. Da einige Sportler schon früher abgereist waren, wussten wir durch ihre Anrufe, dass es sich überall vor uns auf der Autobahn staute, besonders auf dem Berliner Ring. Ole beschloss deshalb, Landstraße zu fahren, was stressfrei war, aber eine Ankunft erst 21 Uhr in Meuro bedeutete.
Wer mehr über den Wettkampf erfahren möchte, kann unter der Adresse www.xtreme-coast-race.com weitere Informationen einholen.

Euer Klaus